Der Verwaltungsg e richt s hof hat durch die Vorsit z ende Senatsp r äsidenti n Mag.a Nussbaumer-Hinterauer s o wie Hofrat Mag. Cede, Hof r ätin Dr. Holzinger, Hof r ätin Mag. Dr. Pieler und H o frätin Mag. Dr. Kuszn i er a l s Richterinnen und Richte r , unter Mitwirkung der Schriftfüh r erin Mag. Lodi-Fè, über die Revisio n der O GmbH , vertre t en durch d ie lawpoint Hütthaler-Bra n dauer&Akyürek Recht s anwälte GmbH in W i en, gegen den Be s chluss (richtig: Erkenntnis) des Bundesverwaltungsg e rich t es vom 5. November 2 025,W147 2304727-1/21E, b etreffend Zur ü ckweisun g eines Antrags auf Feststellung der Zu g ehö r igkeit einer A r zneispez i a lität zur „gelben Box“ d e s Erstattungskodex (belan g te Behörde vor d em Ve r waltungsgericht: Dachv e rband d e r Sozial v ersicherungst r äg e r), zu R echt er k annt :
Das angefochtene Erkenntnis wird wegen Rechtswi d rigkeit infolge Unzuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichtes a u fgehoben.
Der Dachv e rband d e r Sozialversic h erungsträ g er h at der Revisionswer b erin Aufwendun g en in Höhe von € 1.446,40 binnen zwei Wochen bei sonstig e r Exekution zu erse t zen.
1 Mit Schreiben vom 17. Mai 2024 beantrag t e die Revisionswerberin unter anderem die Feststellun g der Zugehörig k eit der Arzneisp e zialität KAFT RIO Filmtabletten mit konkret angege b enen Wirksto f f s tärken zu einem jeweils genau b e zeich n eten Kas s enpreis zum gel b en Bere i ch des Erstattungskodex ; in eventu wurde beant r agt, die angefü h rten Arzneis p ezialitäten dem gel b en Bereich des E rstattungskodex zuzuord n en.
2 Am 29. November 2024 erhob die Revisionswer b erin eine Säumnisbeschwer d e .
3 Mit dem angefochte n en Erkenntnis gab das Bund e sverwaltungsger i cht der Beschwer d e der R evisionswerberin wegen Verle t z ung der Entscheidungspf l ichtgemäß Art. 130 Abs. 1 Z 3 B-VG statt (Spruchpunkt I.A . ). Weit e rs wur d e d er verfa h renseinleiten d e A n trag der Revisionswerbe r in auf Feststellung d e r Zugehörigkeit der Arz n eispezialität KAFT RIO mit konkret ange g ebenen Wirkstoffstär k en zu ei n e m jeweils genau b e zeic h neten Kassen p reis zum g elben Bereich des E rstattungskodex als unzulässig zur ü ckgewiesen (Spruchpunkt II.A . I.). Zudem wurde g emäß § 351 jAbs. 1 ASVG ausgesproc h en, dass die belangte Behör d e die K o sten des Ve r fah r ens in d e r Höhe von € 2.620,-binn e n 14 Tagen ab Zustellun g des Beschlusses bei sonstiger Exekution zu t r agen ha b e (Spruchpunkt II.A . II . ). Die Revision erklärte d as Verwaltung s gericht gemäß Art.133 Abs. 4 B-VG für zulässi g (Spruchpunkte I.B. und II.B.).
4 In s einer Entsc heidungsbegründung ging das V er waltungsgericht davon a us, die Revisionswerberin s e i nicht Inha b erin ei n er Genehmigung für den Ver t rieb im Parallelimport für die Arzneisp e zialität K A F T RIO. B e weiswürdigend b erief es sich dabei unter and er em auf eine Stellungna h me der Revisionswer b er i n, in der diese d argelegt h abe, dass P arallelimporteurin der verfa h rensge g enständlic h en Arz n eispezialität nich t sie selbst (O A GmbH), sondern eine d eutsche G esellschaft ( O GmbH) se i . Es handle sich dabei u m eine and e re juristische P e rson. Auch f ände sich in dem von der Euro p äischen Arzneimittel-Agentur b e t riebenen Regist e r für d e n Parallelvertrieb für die verfa h rensge g enständlic h en Arz n eispezialitäten u n d den österre i chischen Markt-nebe n z w ei weit e ren Ge s ellschaften -nur die O GmbH als zum Parallelvertrieb b erechtigtes Unternehmen. Die R e visionswerberin sei in diesem Register nicht ge l istet. Im W aren v erzeich n is des Apotheker v erlage s sei für die ve r fah r ensge g enständliche Arzneisp e zialität ebenfalls nur die O GmbH registriert und als v e rtri e bsberechtigtes Unt e rne h men ausgewie s en. Die Revisionswerberin finde sich auch in diesem V erzeichnis nicht . Da r an ve r möge auch die von d er Rev i sionswerberin vor g elegt e Bestätigung über eine „exklusive“ V ertriebs b e r echtigung in Österre i ch n ichts zu ändern.
5 Weiters bejahte d as V erwaltungsger i cht die Zuständigkeit der be l angten Behörde zur Er l a s sung eines Feststellungsbeschei d es über die Zugeh ö rigkeit z u einem Bereich d es Erstattungskodex zu ein e m bestimmten Kassenpr e is für parallel importierte Arzneisp e zialitäten. Weiter s legte es mit näherer B egründung dar, d ass mit einem „formlosen Sc h re i ben“ der b elangten Beh ö rde im Zusammenhang mit der ve r fah r ensgegens t ä n dlichen Angele g enheit nicht normativ über den gestellten Antrag d e r R e visionswerberin entschi e den worden s ei.
6 Im Hinblick a u f seine eigene Zuständigkeit zur E n tscheidung in der verfa h rensge g enständlic h en Angele g enheit wies d as Verwaltungsgericht d a rauf hin, dass gemäß Art. 13 1Abs. 4 Z 2 lit. c B-VG e i ne Zuständigkeit des Bundesverwaltungsg e richtes in sonstigen Rechtssachen in den Angelegen h eiten der Vo l lziehung des Bundes, di e nicht unmittelbar von Bundesbehörden b esorgt würden, vor g esehen we r den könne. In die s em Fa l l sei die Zustimmung der Lä n der für die Kundmachu n g solcher Bundesge s etze vorgesehen, wobei Art. 42a B-VG eine Zustimmungsfiktion normiere. Das Vetorecht s ei binnen ach t Wochen ab Einlangen d es Geset z esbeschlusses d es Nationalrates b eim Amt der Lan d esregi e rung au s zuüben.
7 Unter Hinweis a u f nä h er zitierte Rechtspr e chung d es Ve r fassungsger i chtshofes ging das Verwaltungsge r icht weiters davon aus, dass eine Ange l egenheit d er Vollziehung des Bundes , die nicht unmittelbar von Bundesbehörden b eso r gt werde, bei V erfahren d e s Dachv e rbande s d er Soz i alversicherungsträg e r im Zusammenhang mit dem Erstattungskodex vorlie g e, weil es sich b eim Dachv e rband um eine S e lbstverwaltungskörper sc haft handle. In B e zug a u f Verfahren b etre f fend d e nErstattungskodex sei von der durch Art. 131 Abs. 4 Z 2 lit. c B-VG eingerä umten Möglichkeit Gebrauch gemacht und mit Zustimmung der Länder in § 351h ASVG eine Z u ständigkeitsänderung zugunsten des Bundesv er waltungsgerichtes vor g e nommen worden.
8 Nach ei n er wörtlic h en W iederga be des § 351h Abs. 1 ASVG wies das Verwaltungsgericht dar a uf hin, dass das Bundes v erwaltungsger icht nach § 351h Abs. 2 ASVG au c h über Besch w erden d es vertriebsberechtigten Unternehmens g egen En t scheidungen des D ach v e r bandes, mit denen Ant rä ge nach ein e r Änd e rung der Versc h reibbar k eit oder n ach ein e r Preiserhöhung von Arzneisp e zialitäten (tei l weise) a b -oder zurüc k g e wiesen wor d en seien, o d er wenn über die s e Ant r äge nicht fristger echt iSd § 351e Abs. 1 und 2 ASVG entschieden w o rden sei, entscheide. N ach die s er Bestimmung sei das Bundesverwaltungsg e richt für Beschwerden d es vertriebsberechtigten Unternehmens g egen En t scheidungen des D ach v e r bandes sowie bei S äumn i s des Dach v erban d es im Zusammenhang mit Anträgen zum Erstattungskod e x oder Streichung bet r effe n d direkt vertrie b ener Ar z neispezialitäten (Direktimporte) zuständig .
9 Parallelimporte seien v o m Wortlaut dieser Best i mmung dagegen nicht e r fasst. Es erhebe s i ch somit die Fra g e, ob für d erartige V erfa h ren ei n e Zuständig k eit des Bundesverwaltungsgerichtes oder konkret d es Ve r waltungsgerichtes Wien (im Hinblick auf d en Sitz des Dach v erban d es in Wien) ge g eben sei.
10 Nach Ausfü h rungen zum Begr i ff des Pa r allelimports von Arzneisp e zialität e n im Zusammenhang mit dem Erstattungskode x leg t e das Verwaltungsger i cht sodann dar, dass es selbst noch in einer Entsc h eidung vom 31. Juli 2015, W123 2013658-1/11E, d avon ausgeg a ngen sei, s e ine Zuständigkeit sei in§ 351h ASVG abschließ e nd geregel t , w eshalb für Beschwer d en ge g en ein e n Bescheid des D achv e rbandes, der in § 351h AS V G nicht genannt sei, das Ve r waltungsgericht Wien zuständi g wäre, soweit nicht eine Analo g ie zu§ 351h ASVG in Betrac h t komme.
11 Unter Zugrun d elegung d er Erläut e rungen zum 2. Verwaltungsgerichtsb a rkeit s -Anpassungsge s etz -Bundesministerium für Gesundheit, BGBl. I Nr. 130/2013 (ErläutRV 2167 Bl g NR 24. GP 4), mit dem die Anpassung der in d e n Zuständigkeitsbereich d es Bundesministeriums für Gesundheit fallen d en so z ialversicherung s rechtlic h en Regelungen an d as n e ue System der Verwaltungsgerichtsbar k eit erfolgt se i , sprächen aber Argume n te für eine Zuständig k eit d e s Bundesverwaltungsger i chtes für Beschwer d eve r fah r en be t reffend Parallelimp o rte i m Zusammenhang mit dem Erstattungskodex im W e ge einer analogen A n we ndung des § 351h ASVG. In den Erläuterun g en werde diesbezüglich aus g eführ t , das Bundesverwaltungsg e richt deshalb in Angelegen h eiten im Zusammenhang mit dem Erstattungskodex ( EKO) zuständig zu m a ch e n, um eine einheitliche R echtspr e chung im Berei c h der Sozialversic h erung z u gewährleiste n . Zu § 351h ASVG wer d e ausg ef ührt, dass die Unabhängi g e Heilmittelkommission, die nach de r zeitiger R e chtsl a ge als B erufungsbehör d e für die vertriebsberechtigten Unternehmen g egen Entscheidungen des H a u ptverbandes ( nunmehr D achver b andes) im Zusammenhang mit dem Erstattungskodex als Kollegialbehörde mit richterlichem Einschlag nach Art. 133 Z 4 B-VG eingerichtet sei, im Zuge der Einführung der Verwaltungsgerichtsbar k eit erster Insta n z mit Ablauf des J a hres 2013 aufgelöst werde. Z u r Entscheidung über Be s chwer d en gegen Bescheide des Hauptverban d es wären nach Art. 131 Abs. 1 B-VG in der Fassung der Verwaltungsgerichtsbar k eit s -Novelle 2012 grund s ätzlich die Verwaltungsgerichte der Länder b erufen. Als Beispiel für eine solc h e Übertragung wer d e n a ch den Erläuterun g en die derzeit in die Zuständigkei t der Unabhängigen H eilmittelkommission fallende Überprüfung d er Entsc h eidung des Hauptver b andes ü b e r die Aufnahme von Arz n eispezialitäten in den Erstattungskodex genan n t. Da das Bedürfnis n ach einer bundes w eit einheitlichen Festlegung beste h e , welche A rzneis p ezialitä t en auf R e chnung eines Sozialversicherungst r äg e rs im niedergelasse n en B ereich abgege b en werde n dürfen , solle k ü nftig eine Beschwerdem ö glichkeit an das Bundesverwaltungsg e richt vorgesehen w er d en.
12 Es könne davon aus g eg a ngen wer d en, dass d e r Gesetzge b er vermeiden w o llte, dass „EKO- B eschwerde v erfa h ren“ von Direktim p orten zwar in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsger i chtes fa l len, Parallelimporte info l ge des Auf f angtatbestandes (Gen e ralklausel) hingegen in die Z uständigkeit des Ve r waltungsgerichtes Wien. Es könne da h er von ein e r planwidrig en Unvollständigkeit des § 351h ASVG in Bezug a u f Parallelimporte gespr oc hen werden.
13 Daraus folge, dass im W ege ein e r analo g en Anw e ndung des § 351h ASV G auch eine Zus t ändigkeit des Bundesverwaltungsgerichtes f ü r Beschwer d eve r fah r en be t reffend Parallelimporte i m Zusammenhang mit dem Erstattungskodex gege b e n sei.
14 Weiters seien k eine G rü n de ersichtlich, dass die Z ustimmung der Länder zur Kundmachung des § 35 1h ASVG nicht auch die s ich aus der analogen Anwendung des § 351hASVG erge b ende Zustä n digkeit des Bundesverwaltungsg e richtes für Besch w erde v erf a hren betreffend Parallelimporte im Zusammenhang mit dem Erstattungskodex mitumfass t habe.
15 Mit näherer Be g ründung ging das Verwaltungsge r icht weiters davon aus, dass Entscheidungen des Bu n desverwaltungsgerichts im konkreten Fall durch d en nach der Gesc h äftsver t eilung zuständigen Senat z u erfolgen h ätten.
16 Nach Ausfü h rungen zur Zulässigkeit und Begründetheit der Säumnisbeschwer d e ve r wies das Verwaltungsge r icht im Hinblick auf die Zurückweisung d es verf a hrensgegenst ä ndlichen Feststellungsantrags auf n äher zitierte Rechtspr e chung d es Verwaltungsgerichts h ofes zur Zu l ässigkeit der Erlassung von Feststell u ngsbescheiden und d ara u f, dass nach d i eser Rechtsprechung ein bloß wissenschaftliches, wirtschaftliches o d er politisches Int e resse d i e Erlassung e i nes Feststellungsbesc h eides nicht zu r e chtfertige n vermöge. W eiters ging d as Verwaltungsgericht i m Ergebnis davon aus, i m Hinblick darauf, d ass di e Revisionswerberi n nich t In h aberin einer Genehmigung für d en Vertrieb der Arz n eispeziali t ät KAFT RIO im Parallelimport gemäß § 1 0c Arz n eimittelgesetz ( A MG) sei, sei der verfa h rensge g enständlic h e Feststellungsant r ag m a ngels B estehens eines rechtlichen Interes s es al s unzulässig zurüc k zuwei s en gewe s en.
17 Die Revision erklärte d a s Verwaltungsgericht ge mäß Art. 133 Abs. 4 B-VG im Wesentlichen mit der B e gründung für zu l ässig, es fehle Rechtsp r echung d e s Verwaltungsgerichtshofes zur Fra g e, ob in An g elegenheiten wie der h i e r vorliegenden ei n e Zustä n digkeit des Bundesverw a ltungsgerichtes oder d es Ve r waltungsgerichtes Wien gege b en sei. Weiters fehle es auch an Rechtsprechung, welche r Spruchkörper zuständig bzw welc h e Verfahrens b estimmungen anzuwen d en seien.
18 Mit der vorliegenden au ß erordentlic h en Revision wird das Erkenntnis des Bundesverwaltungsg e richtes vom 5. November 2 025 in dem Umfang angefoch t en, in dem der Feststellungsantrag d er R evisionswerberin zurückg e wiesen w u rde.
19 Das Ve r waltungsgericht hat ein Vorv e rfa h ren du r chgeführt, in des s en Ra h men die belangte Behör d e ei n e Revisionsbeantwortun g erstattete und die kostenpflichtige Zurüc k , in eventu Abweisung d e r Revision beantragte. Die Revisionswerberin erstattete eine Replik.
20 Der Verwaltungsg e richt s hof hat erwo g en:
21 Die Revision erweist si c h im Hinblick auf die von der Revisionswerberin aufgeworfene und vom Verwaltungsgerichtshof noch nicht geklärte Frage der Zulässigkeit des gestellten Feststellungsantrags in Bezug auf das Vorliegen eines rechtlichen Interesses als zu l ässig. Sie ist aus einem vorgelagert wahrzunehmenden Grund auch berichtigt .
22 Art. 131 B-VG, BGBl. Nr. 1/1930, zuletzt geänd e rt durch BGBl. I Nr. 5/2024, laut et auszugsweise:
„ Artikel 131. ( 1 ) Soweit sich aus Abs. 2 und 3 ni c ht anderes ergibt, er k en n en über Besch w erden nach Art. 130 Abs. 1 die V e rwaltungsgerichte der Län d er .
(2) Soweit sich aus Abs. 3 nicht anderes ergibt, e r kennt das Ve r waltungsg e richt des Bundes über Besc h w erden ge m äß Art. 130 Abs. 1 in Rechtssachen in d en Angelegen h eiten der Vo l lziehung des Bundes, di e unmittelbar von Bundesbehörden b esorgt werden. Sieht ein G esetz gemäß Art. 130 Abs. 2 Z 2 eine Zuständigkeit der Verwaltungsger i chte vor, e rkennt das Verwaltungsgericht des Bundes über Besch w erden in Rechtssachen in den Angelegen h eiten des öff e ntlichen Auftrags w esens , die gemäß Art. 14b Abs. 2 Z 1 in Vollziehung Bundessache sind. Sieht ein G esetz gemäß Art. 130 Abs. 2 Z 3 eine Zuständigkeit d e r Verwaltungsgerichte v o r, erkennt d as Verwaltungsgericht des Bundes über Streitigkeit e n in dienstrechtlichen Angelegen h eiten der ö ff e ntlich Bediensteten des Bundes .
...
(4) Durch Bundesgesetz kan n
1. eine Zuständigkeit der Verwaltungsger i chte der L änder vor g esehen wer d e n : in Rechtssachen in den A ngelegenheiten g emäß Abs. 2 und 3;
2. eine Zuständigkeit der Verwaltungsger i chte des B undes vorgese h en werden:
a ) in Rechtssachen in den A ngelegenheiten d er Umweltverträglich keitsprüfung für V o rha b en, be i denen mit erheblic h en Auswirkungen a u f die U mwelt zu rech n en ist (Art. 10 Abs. 1 Z 9 und Art. 11 Abs. 1 Z 7) ;
b) in Rechtssachen in den A ngelegenheiten d es Art. 1 4 Abs. 1 und 5 ;
c ) in sonstigen Rechtssach e n in den Angelegen h eit e n der Vollziehung des Bundes, die nicht unmittelbar von Bundesbeh ö rden besorgt wer d en, sowie in den Angele g en h eiten der Art. 11, 12, 14 Abs. 2 und 3 und 14a Abs. 3 und 4 ;
d) in Rechtssachen be t re f fend Beschwer d en, Streitigkeiten oder Ant r äge gemäß Art. 130 Abs. 2 Z 4.
Bundesgesetze gemäß Z 1 und Z 2 lit. c und d dürfen nur mit Zustimmung der Länder kundgemacht werden.“
23 § 351h ASVG, BGBl. Nr. 189/1955, zuletzt geän d ert durch BGBl. I Nr. 100/201 8 , l a utet auszugsweise wie f o lgt:
„ Beschwerde an das Bundesverwaltungsgerich t i m Zusammenhang mit de m Erstattungskodex
§ 351h. (1) Das Bundes v erwaltungsger i cht entsc h eide t
1. über Besch w erden d es v e rtriebsbe r echtigten Unternehmens ,
a ) dessen Antrag auf A u fnahme einer A rzneisp e zial i tät in den gelben oder grünen Bere i ch des Erst a ttungskodex (teilweise) a b -oder zurückg e wiesen w u rde o de r
b ) über dessen Antrag nicht fristgerecht ( § 351d Abs. 1) entschieden wurde;
2. über Besch w erden d es v e rtriebsbe r echtigten Unternehmens, dessen Arzneisp e zialität aus dem Erstattungskodex gest r ichen bzw. von Amts wegen a u fgenommen wi r d .
(2) Das Bundes v erwaltu n gsgericht entschei d et auch über Besch w erden d es vertriebsberechtigten Un t ernehmens g egen Entsc h eidungen des Dachv e rbandes, mit de ne n Anträge n a ch ein e r Ä n derung der Ver s chreib b a r keit oder nach einer P r eiserh ö hung von Arzneisp e zialitäten (teilweis e ) a b -o d er zurückg e wiesen w u rden, oder wenn ü b er die s e A n träge nicht fristg e recht (§ 351e Abs. 1 und 2) entschieden wur d e .
(3) Besch w erden n ach Abs. 1 und 2 sind binnen vier Woc h en nach Zustellung der Entscheidung des Dachverban d es beim Dach v erband üb e r das Int e rnetportal einzubr i ngen. Eine Beschwer d evorent s chei d ung und eine N a chholung des Bescheides n ach d e n §§ 14 bis 16 des Verwaltungsgerichtsve r fah r ensg e setzes ( V wGV G ), BGBl. I Nr. 33/2013, si n d unzulässig. Der Dach v erband hat d em Bundesverwaltungsg e richt unverzüglich die Bes c hwerde unt e r Anschluss der Verfahren s akten vorzu l e gen. Dem D a chv e rband s te h t es frei, binnen vi e r Wochen ab Einbringung der Besch w erde eine Ste l lungnahme an das Bundesverwaltungsg e richt abzugeben. Die Besc h werden h aben a u fschie be nde Wirkung; Beschwerden g egen die Streichung einer Arzneisp e zialität nach § 351c Abs. 10 Z 1 aus d em grünen Be r eich des E rstattungskodex haben aufschie b ende Wirkung i m Ausmaß von 90 Tage n ab Einbringung der Beschwer d e. Besch w er d en gegen die Stre i chung einer Arzneisp e zialität a u f Grund mangelnd e r Ersta t tungsfähigkeit ( § 351c Abs. 2 und 4) haben kei n e aufschie b ende Wirkung. §13 Abs. 2 VwGVG ist nicht anzuwen d en .“
24 Art. 18 iVm Art. 83 Abs. 2 B-VG verpflichtet den Gesetzgeber zu einer-strengen Prüfungsmaßstäben standhaltenden-präzisen Regelung der Behördenzuständigkeit (vgl etwa VfGH 12.3.2015, G 151/2014 ua, mwN). Es genügt nicht, wenn sich eine behördliche Zuständigkeit „indirekt“ aus dem Gesetz ableiten lässt (vgl VwGH 19.2.1988, 87/18/0115). Der Gesetzgeber ist verfassungsrechtlich gehalten, gerade die Behördenzuständigkeit derart klar und unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen, dass es keiner subtilen Auslegungstätigkeit bedarf, um die vom Gesetzgeber gewollten Kompetenzen der Behörden zu erkennen (vgl zum Ganzen VwGH 2.8.2016, Ro 2015/05/0008, Rn 10, mwN).
25 Für die Vollziehung erg i bt sich aus dem Gesagte n , dass die Einhaltung der (solcherma ß en ve r fassu n gskonform präzi s e zu ge s taltenden) Zuständigkeitsregeln in e nger Na h ebez i ehung zu m verfassungs g esetzlich gewährleiste t en Recht a u f den gese t zlichen Richt e r steht und damit eine rechtsstaatliche For d eru n g von grundlegend e r Be deutung darstellt (vgl VwGH 2.8.2016, Ro 2015/05/0008, Rn 11, mwN) .
26 § 351h Abs. 1 und 2 ASVG normieren explizit e i ne von der Re g el des Art. 131Abs. 1 B-VG ab w e i che n de Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerich te s in ausdrücklich ge n annten Angelegen h eiten bzw in Säumnisfällen in diesen Angelegen h eiten.
27 Dass sich aus dem W o rtlaut dieser Bestimmung ab l eiten ließe, dass auch ei n e Zuständi g keit des Bundesverwaltungsgerichtes in (Säumnis-)Fällen betreffend Anträge auf Feststellung der Zugehörigkeit einer Arzneispezialität zum Erstattungskodex angeord n et ist, ist nicht ersichtlich. Dies wird auch vom Ve r waltungsg e richt im angefoch t enen E rkenntnis nicht behaupte t . Vielmehr geht das V erwaltungsgericht davon aus , es liege eine „planwidri ge Unvollständigkeit des § 351h ASVG in Bezug a u f Parallelimporte“ v o r, weshalb es-„im Wege e iner analogen Anwendu ng des § 351h ASVG“- a uch eine Zuständigkeit des B undesverwaltungsgerich t es für Besc h wer d eve r fa h ren betreffend Pa r allelimporte im Zusammenhang mit dem Erstattungskodex bejaht.
28 Die Rechtspr e chung des Verwaltungsgerichtshof s hat die grundsätzlic h e Zulässigkeit der Analog i e auch im öffentlichen R echt wiederholt aner k an n t. Voraussetzung h i efür ist freilich das Beste h en ei n er ech t en-das h eißt planwidrigen-Rechtslü c ke. Sie ist dort anzuneh m en, wo das G esetz, ge m e ssen an seiner eigenen Absic h t und immanenten Teleo l ogie, unvollständig, also ergänzungs b edürftig ist, und wo sein Ergä n zen n i cht etwa ei n er vom Ge s e t z gewollten Beschränkung widerspricht. D a das öff e ntliche Recht, im Besonderen das V erwaltungsrecht, schon von d e r Zielsetzung her n u r ein z elne Rechtsbeziehun g en unter dem Gesichtspunkt des öffentlichen In t eres s es z u regeln bestimmt ist, muss eine auft r etende R e chtslücke in diesem Rechtsbereich im Z w eifel als beabsichtigt angese h en wer d en. Eine du r ch Analogie zu schlie ß ende Lücke kommt nur dann i n Betracht, wenn d as Ge s etz anders nicht vollzieh b ar i st oder wenn das Gesetz i n eine Regelung einen Sachverhalt nicht ein b ez i eht, auf we l chen-un t er d em Gesichtspunkt des Gleichheitssatzes und g e messen an den mit der R egelung verfolgten Absi c hten des Gesetz g ebers -eb e n dieselben W e rtungsgesi c htspunkte zutreffen wie a uf die im Gesetz geregelten Fälle und a u f den da h er schon zur Vermeidung e iner verfassungs r echtlich be d enklichen Ungleich b eha n dlun g auch diesel b en Rechtsfolgen ang e wend e t werden müssen (vgl VwGH14.12.2021, Ro 2020/04/0032, Rn 34, mwN).
29 Dass im vorliegenden F a ll eine solche Rechtslüc k e bestünde, ist nicht erkennb a r. Das Gesetz w eist keine Ergä n zungsbe d ürftigkeit auf, zumal n a ch Art. 131 Abs. 1 B-VG g r undsätzlich eine A u ffan g kompetenz zu Gunsten d er Ve r waltungsgerichte der Länder normiert, weshalb si c h gegenständlich jede n fa l ls eine eindeutige Zuständ i gkeit eines (Lan d e s -)Ve r waltungsgerichtes ergibt. Damit ist gerade nicht d a von auszuge h en, dass da s Gesetz nicht vollzieh b ar wäre o d er Sach v erhalte n icht einbezogen wer den, die zur V e rmeidung ein e r verfassungs r echtlich be d enklichen Ungleich b eha n dlung einzubezie h en wä r en.
30 Überdies ist entgegen d e r vom Verwaltungsg e richt vertrete n en Rechtsansi c ht auch nicht ers i chtlich, dass dem Gesetz g eber nich t klar gewe s en wäre, dass e r mit der Einsch r änkung der Z uständigkeit des Bundesverwaltungsger i chtes auf ausdrücklich ge n annte Angelegen h eiten im Zusammenhang mit dem Erstattungskodex ande r e Angelegen h eiten in dies e m Zusammenhang, wie e twa -nach d e r Rechtsp r echu n g des Verwaltungsgerich t shofes unter bestimmten Umständen auch oh n e a u sdrücklich im Gesetz v or gesehene R egelung soga rzulässige (vgl etwa VwGH 3.12.2025, Ra 2025/12/0080, Rn 15, mwN)-Feststellungsanträ g e nic h t in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsg e rich t es fallen.
31 Vor diesem Hintergrund ergibt sich, dass keine Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichtes zur Entscheidung in der verfahrensgegenständlichen Angelegenheit gegeben war, weshalb der angefochtene Spruchpunkt II.A.I. des Erkenntnisses des Bundesverwaltungsgerichtes vom 5. November 2025 wegen Unzuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichtes gemäß § 42 Abs. 2 Z 2 VwGG aufzuheben war. Weiters waren auch der Ausspruch des Bundesverwaltungsgerichtes über die Stattgabe der Säumnisbeschwerde (Spruchpunkt I.A.; ein solcher Ausspruch weist nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes keinen eigenständigen rechtlichen Gehalt auf [vgl VwGH 27.5.2015, Ra 2015/19/0075, mwN]) sowie der damit untrennbar in Zusammenhang stehende Ausspruch über die Tragung der Verfahrenskosten (Spruchpunkt II.A.II.) aufzuheben, sodass im Ergebnis das gesamte Erkenntnis wegen Unzuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichtes gemäß § 42 Abs. 2 Z 2 VwGG aufzuheben war. Es erübrigt sich ein Eingehen auf das weitere Revisionsvorbringen.
32 Die Kostenentsc h eidung gründet sich auf die § § 4 7 ff Vw G G in Verbindu n gmit der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2014.
Wien, am 14. September 2026
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