ThemenGrundlagen des RechtsUnterschied zwischen „Verboten” und „Illegal”

Unterschied zwischen „Verboten” und „Illegal”

Verboten oder Illegal? Was ist eigentlich der Unterschied?

GesetzeFinden.at

Redaktion

Recht 101

·

Shower Thought

Femininum

In unserem alltäglichen Leben stoßen wir auf zahlreiche Normen und Regeln, die unser Verhalten leiten. Die Begriffe "illegal" und "verboten" werden oft als Synonyme verwendet, aber es lohnt sich, genauer hinzusehen, um die Nuancen zu verstehen. In diesem Artikel erklären wir dir die Bedeutung dieser Begriffe in den verschiedenen Normensystemen.

Kurz und knapp:

Gegenstände oder Handlungen, die gegen das österreichische Recht verstoßen, sind illegal. Wenn etwas verboten ist, bedeutet das jedoch nicht zwangsläufig, dass es illegal ist; es kann auch aufgrund anderer Regelwerke verboten sein.

Rechtsnormen

Eine Rechtsnorm, also zum Beispiel ein Gesetz oder eine Verordnung, verkörpert sogenanntes positives Recht, das vom Menschen geschaffen wurde. Meistens wird solch ein positives Recht von staatlichen Autoritäten gesetzt. Die Normsetzerin ist auch dafür verantwortlich die Einhaltung, Durchführung und Rechtmäßigkeit dieser Normen zu kontrollieren. In Österreich ist das die Aufgabe der, dir wahrscheinlich schon bekannten, „heiligen” Dreifaltigkeit oder auch Legislative, Judikative & Exekutive genannt. Falls Rechtsnormen verletzt werden, zieht die Autorität entsprechende rechtliche Konsequenzen in Erwägung. Rechtliche Konsequenzen können von einer simplen Verwarnung oder Geldstrafe bis hin zur Freiheitsstrafe reichen. Somit entsteht ein Rahmen, der das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft und die Gerechtigkeit im Handeln gewährleisten soll.

Was ist tatsächlich “illegal” - Gesetze & Verordnungen

Im rechtlichen Kontext bezieht sich "illegal" auf Handlungen, die gegen geltende Gesetze und Vorschriften, auch positives Recht genannt, verstoßen. Ein Beispiel hierfür ist das Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzung, das mit Bußgeldern und anderen rechtlichen Konsequenzen verbunden sein kann.

Wenn man rechtlich von “Verboten” spricht, beruhen diese auf Verordnungen, die auf Gesetzen basieren und somit Teil der Rechtsordnung sind. Ein Beispiel ist das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, das auf rechtsverbindlichen Rechtsnormen basiert und auf die Gesundheit und Sicherheit aller abzielt.

Verordnungen sind offizielle Regelungen, die rechtlich bindend sind und Teil der Gesetzgebung sein können. Ein Verbot aufgrund einer Verordnung kann daher als Form der illegalen Handlung betrachtet werden, da es gegen rechtsverbindliche Normen verstößt. Verordnungsverstöße können rechtliche Konsequenzen haben, die je nach Schwere des Verstoßes variieren können.

Religionsnormen

In religiösen Normensystemen können Handlungen als "verboten" betrachtet werden, wenn sie den Glaubensüberzeugungen widersprechen. Beispielsweise kann in bestimmten Religionen der Konsum von Alkohol verboten sein. Dies bedeutet nicht, dass es illegal ist, aber es hat spirituelle und moralische Bedeutung für die Anhängerinnen dieser Glaubensrichtung und kann bei Verstoß zum Beispiel mit Missbilligung durch Anhängerinnen dieser Religionsgemeinschaft, sowie Ausschluss aus dieser führen. Es ist keine Seltenheit, dass manche Religionsnormen durch ihre hohe moralische, religiöse oder gesellschaftliche Bedeutung oftmals in das Rechtssystem mit eingebunden werden. Durch das Integrieren dieser Religionsnormen in das Rechtssystem wird ein Verstoß gegen diese somit auch illegal. Als solches ist es nicht überraschend, dass kulturelle und religiöse Unterschiede sich häufig auch in Rechtssystemen wiederfinden.

Gesellschaftliche Normen

Gesellschaftliche Normen legen Verhaltensweisen fest, die als angemessen oder unangemessen gelten. Ein Beispiel hierfür ist das Verbot, mit vollem Mund in einem gehobenen Restaurant zu sprechen. Obwohl dies nicht rechtlich illegal ist, verstößt es gegen soziale Umgangsformen und kann zu Missbilligung führen.

Auch Autoritäten können Verbote erlassen, die nicht unbedingt illegal sind. Ein Beispiel ist das Verbot, im Klassenzimmer während des Unterrichts auf dem Handy zu spielen. Dieses Verbot stammt von der Lehrkraft und hat keine rechtlichen Konsequenzen, beeinflusst jedoch das Lernumfeld.


Die Unterscheidung zwischen "illegal" und "verboten" zeigt, wie Normen und Regeln in verschiedenen Kontexten wirken können. Während "illegal" ausschließlich auf Verstöße gegen die geltende Rechtsordnung hinweist, können "verbotene" Handlungen auf verschiedenen Normensystemen basieren, wie religiösen Überzeugungen, moralischen Ansichten und sozialen Gepflogenheiten. Jedes Normensystem zieht bei Verstoß seine eigenen Konsequenzen nach sich, nur im Falle von Rechtsnormen sind diese von rechtlicher Natur und somit illegal.