Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter ***R*** in der Beschwerdesache ***Bf.***, ***Adr.Bf.***, vertreten durch ***RA***, über die Beschwerde vom 22. April 2025 gegen die Bescheide des Zollamtes Österreich vom 21. März 2025
Zl. ***1***,
Zl. ***2***,
Zl. ***3***,
Zl. ***4***,
Zl. ***5***,
Zl. ***6***,
betreffend Aussetzung der Einhebung gem. § 212a BAO zu Recht erkannt:
I. Die Beschwerde wird gemäß § 279 BAO als unbegründet abgewiesen.
II. Gegen dieses Erkenntnis ist eine ordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig.
1. Zu den Beschwerden gegen die Bescheide Zln. ***1***, ***2*** und ***3***:
Mit Sammelbescheid vom 19.12.2022, Zl. ***7***, setzte das Zollamt Österreich dem nunmehrigen Beschwerdeführer (Bf.), Herrn ***Bf.***, Altlastenbeitrag und Säumniszuschlag fest. Dabei erfolgte gem. § 201 Abs. 4 BAO eine Zusammenfassung pro Kalenderjahr:
Bescheid I betrifft die Festsetzung des Altlastenbeitrages für die Quartale 1/2013 bis 4/2013 und die Vorschreibung des entsprechenden Säumniszuschlags.
Bescheid II betrifft die Festsetzung des Altlastenbeitrages für die Quartale 1/2014 bis 4/2014 und die Vorschreibung des entsprechenden Säumniszuschlags.
Bescheid III betrifft die Festsetzung des Altlastenbeitrages für die Quartale 1/2015 bis 3/2015 und die Vorschreibung des entsprechenden Säumniszuschlags.
Mit Bescheid vom 23.1.2023, Zl. ***8***, bewilligte das Zollamt Österreich gem. § 212a BAO die Aussetzung der Einhebung der eben erwähnten Abgaben.
Mit Bescheiden vom 10.02.2025, Zln. ***9***, ***10*** und ***11***, verfügte das Zollamt Österreich dazu den Ablauf der Aussetzung gem. § 212a Abs. 5 BAO.
Mit Antrag vom 28.02.2025 stellte der Bf. u.a. den Antrag auf Aufhebung der eben genannten Bescheide vom 10.02.2025.
Diesen Antrag wies das Zollamt Österreich mit Bescheiden vom 21.03.2025, Zln. ***1***, ***2*** und ***3*** ab.
U.a. gegen diese drei Bescheide richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 22.04.2025.
Diese Beschwerde wies das Zollamt Österreich mit drei Beschwerdevorentscheidungen vom 22.07.2025, Zl. ***15***, als unbegründet ab, wobei es eine Präzisierung des Spruches der eben angesprochenen drei Bescheide vom 21.03.2025 vornahm.
Der Bf. stellte daraufhin mit Eingabe vom 13.08.2025 den Vorlageantrag.
2. Zu den Beschwerden gegen die Bescheide Zln. ***4***, ***5*** und ***6***:
Mit Bescheiden vom 21.03.2025, Zln. ***4***, ***5*** und ***6*** wies das Zollamt Österreich den Antrag des Bf. auf Aussetzung der Einhebung der mit dem o.a. Bescheid vom 19.12.2022, Zl. ***7***, festgesetzten Abgaben ab.
U.a. gegen diese Bescheide richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 22.04.2025.
Diese Beschwerde wies das Zollamt Österreich mit drei Beschwerdevorentscheidungen vom 22.07.2025, Zl. ***16***, als unbegründet ab.
Der Bf. stellte daraufhin mit Eingabe vom 13.08.2025 den Vorlageantrag.
Mit Erkenntnis vom 21.10.2025, GZ. ***17***, hob das Bundesfinanzgericht den o.a. Bescheid des Zollamtes Österreich vom 19.12.2022, Zl. ***7***, ersatzlos auf.
§ 212a Abs 1 BAO bestimmt:
"Die Einhebung einer Abgabe, deren Höhe unmittelbar oder mittelbar von der Erledigung einer Bescheidbeschwerde abhängt, ist auf Antrag des Abgabepflichtigen von der Abgabenbehörde insoweit auszusetzen, als eine Nachforderung unmittelbar oder mittelbar auf einen Bescheid, der von einem Anbringen abweicht, oder auf einen Bescheid, dem kein Anbringen zugrunde liegt, zurückzuführen ist, höchstens jedoch im Ausmaß der sich bei einer dem Begehren des Abgabepflichtigen Rechnung tragenden Beschwerdeerledigung ergebenden Herabsetzung der Abgabenschuld. Dies gilt sinngemäß, wenn mit einer Bescheidbeschwerde die Inanspruchnahme für eine Abgabe angefochten wird."
Gem. § 212a Abs 3 BAO können Anträge auf Aussetzung der Einhebung bis zur Entscheidung über die Bescheidbeschwerde gestellt werden.
Eine Aussetzung der Einhebung setzt nach Ansicht des Verwaltungsgerichtshofes voraus, dass eine Bescheidbeschwerde, von deren Ausgang die Höhe einer Abgabe abhängig ist, noch anhängig ist (vgl VwGH 27.3.1996, 93/15/0235).
Ist nach der Beschwerdeerledigung ein (einer Sachentscheidung zugänglicher) Aussetzungsantrag unerledigt, so ist er als unbegründet abzuweisen (Ritz/Koran, BAO, 7. Aufl. (2021), § 212a, Rz 12).
Das Bundesfinanzgericht hat über die Beschwerde in der Hauptsache mit dem o.a. Erkenntnis vom 21.10.2025 entschieden (BFG 21.10.2025, ***17***) und den angefochtenen Abgabenbescheid ersatzlos aufgehoben. Zum Zeitpunkt der Entscheidung über die vorliegende Beschwerde im Aussetzungsverfahren war somit hinsichtlich der verfahrensgegenständlichen Abgabenschuld keine Bescheidbeschwerde mehr anhängig.
Allein aus dieser für das Schicksal der vorliegenden Beschwerde entscheidenden Feststellung folgt, dass der Bf. mit seiner Beschwerde im Aussetzungsverfahren nicht durchdringen kann. Es ist vielmehr zwingend mit Abweisung vorzugehen.
Es war daher spruchgemäß zu entscheiden.
Zur Unzulässigkeit einer Revision:
Gegen ein Erkenntnis des Bundesfinanzgerichtes ist die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
Da keine Umstände festgestellt werden konnten, die auf das Vorliegen einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung hindeuten und sich das Bundesfinanzgericht auf die im Erkenntnis zitierte Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes stützt, kam der Revisionsausschluss zum Tragen.
Wien, am 8. Jänner 2026
Rückverweise
Keine Verweise gefunden