LFBAG-APO
Gliederung
Rückverweise
| Berufsspezifisches Modul: Lebensraumgestaltung Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann Maßnahmen setzen, die einen gesunden und artenreichen Wildbestand ermöglichen, erhalten und fördern, der im Einklang mit den Interessen der Land- und Forstwirtschaft steht. | |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Lebensraumgestaltung Strukturverbesserungen Hegemaßnahmen Grundlagen der Land- und Forstwirtschaft Monitoring von Wildbeständen und deren Einfluss auf die Land- und Forstwirtschaft Abschussplanung | Fähigkeit, zum Erhalt und zur Pflege von vitalen Biotopen und Habitaten für die unterschiedlichen Wildarten beizutragen. Fähigkeit, die Lebensbedingungen von Wildtieren zu verbessern und zu schützen (Notzeitfütterung, gezielte Entnahme kranker Stücke). Fähigkeit, die Wechselbeziehung zwischen der Land- und Forstwirtschaft und Wild zu verstehen, zu analysieren und Maßnahmen zu setzen, um das ökologische Gleichgewicht zwischen Wald und Wild zu bewahren. Fähigkeit, Wildbestände zu erheben, zu analysieren und zu regulieren. Fähigkeit, den Bestand auf direkte und indirekte Weise zu erfassen, zu dokumentieren und auf dieser Basis Abschussplänen zu erstellen. |
| Berufsspezifisches Modul: Wildkunde Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann sowohl autochthone als auch allochthone sowie invasive Wildarten ansprechen, Wildkrankheiten erkennen sowie das Wildbret aufbrechen und zerwirken und die Verzehrsfähigkeit und Verkehrstauglichkeit des Wildbrets beurteilen. | |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Artenkenntnis Ansprechmerkmale Trophäenbewertung Umgang mit Großprädatoren Wildkrankheiten und Seuchen Wildbrethygiene und Ausbildung zur kundigen Person | |
| Fähigkeit, Wild in Bezug auf Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand im lebenden Zustand anzusprechen. Fähigkeit, erlegtes Wild in Bezug auf Geschlecht, Alter und Trophäenqualität zu bewerten. Fähigkeit, Fallwild zu beurteilen und Risse zu begutachten, die Behörden beim entsprechenden Monitoring zu unterstützen und Problemprädatoren zu erkennen und im Bedarfsfall zu entnehmen. Fähigkeit, die Behörden bei der Seuchenprävention und -bekämpfung aktiv zu unterstützen sowie im Bedarfsfall Hegeabschüsse durchzuführen. Fähigkeit, Wildkrankheiten sowohl am lebenden als auch am erlegten Stück zu erkennen. Fähigkeit, das erlegte Stück fachgerecht aufzubrechen, zu zerwirken und auf der Basis gesundheitsrelevanter Parameter zu beschauen. Fähigkeit, das taugliche Stück lebensmittelgerecht zu versorgen, der Kühlkette zuzuführen und in Verkehr zu bringen. |
| Berufsspezifisches Modul: Betriebs- und Unternehmensführung Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann einen Betrieb führen, verwalten, planen und organisieren. |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Grundlagen der Betriebswirtschaft: Rechnungswesen, Kostenrechnung, Marketing und Betriebskennzahlen Reviereinrichtungen Jagdbetriebslehre Führen von Jagdgästen und Abschussnehmern Aufzeichnungen und schriftliche Arbeiten | Fähigkeit, die Planung und Verwaltung der finanziellen und materiellen Ressourcen eines Jagdbetriebs zu übernehmen. Fähigkeit, Reviereinrichtungen vorschriftsmäßig zu errichten und Instand zu halten. Fähigkeit, Gesellschaftsjagden zu planen und verschiedene Jagdmethoden anzuwenden. Fähigkeit, Jagdgäste und Abschussnehmer jagdlich professionell zu begleiten. Fähigkeit zur Reflexion neuer Lerninhalte |
| Berufsspezifisches Modul: Jagdliches Handwerk Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann waidgerecht handeln, in Jägersprache kommunizieren und jagdliches Handwerk vorleben. |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Vertiefendes Wissen über Jagdethik und Waidgerechtigkeit Jägersprache und Bruchzeichen Deutung von Anschüssen Jagdfreie Tage und jagdliche Gepflogenheiten Vermittlung zwischen Jagd und Gesellschaft | Fähigkeit, waidgerecht zu handeln und dies auch weiterzugeben. Fähigkeit, anhand von am Anschuss befindlichen Pirschzeichen notwendige Handlungsmaßnahmen abzuleiten. Fähigkeit, sich in Jägersprache auszudrücken, Bruchzeichen zu deuten und sich damit zu verständigen. Kenntnis über Tage, an denen ortsspezifisch nicht gejagt werden sollte. Fähigkeit, traditionelle jagdliche Verhaltensweisen anzuwenden. |
| Berufsspezifisches Modul: Rechtskunde Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kennt die für die Jagd einschlägigen Rechtsvorschriften, um gesetzeskonform handeln zu können. |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Landesjagdgesetze Forstgesetz Einschlägiges EU-Recht Naturschutzrecht und Umweltschutzrecht der Bundesländer Waffengesetz Tierschutzgesetz | Kenntnis über die länderspezifischen Jagdgesetze und ihre Besonderheiten. Kenntnis über die Funktionen des Waldes und deren nachhaltiger Erhaltung im Zuge der Jagdausübung (zB Schwerpunktbejagung). Kenntnis über die für Jagd relevante EU-Gesetzgebung (zB FFH-Richtlinie, Vorschriften zu bleihaltiger Munition). Kenntnis über die Grundzüge der Natur- und Artenschutzgesetze der Bundesländer. Kenntnis über den rechtmäßigen Erwerb, den Besitz, das Führen und die Verwahrung von Waffen sowie deren rechtmäßigen und zweckmäßigen Einsatz. Fähigkeit, Tierleid situationsspezifisch zu vermeiden und sich bei der Jagd waidgerecht zu verhalten. |
| Berufsspezifisches Modul: Waffenkunde und jagdliche Hilfsmittel Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ beherrscht den sicheren Umgang mit Waffen, hat Kenntnis über den richtigen Einsatz für das Erlegen von Wild und ist mit dem Führen eines Jagdhundes vertraut. |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Sichere Handhabung von blanken Waffen, Langwaffen und Faustfeuerwaffen Grundzüge der Waffentechnik Munitionsarten und Einsatzbereiche Ballistik und Gefährdungsbereiche Anwendung von Jagdoptik, Nachtsichtgeräten und Schalldämpfern Pflege und Instandhaltung von Waffen Jagdgebrauchshundewesen | Praktischer Nachweis über die Fähigkeit eines sicheren Umgangs mit den zulässigen Waffenkategorien. Kenntnisse über Waffensysteme, die Bauteile und Funktionsweise der zulässigen Waffenkategorien. Fähigkeit, passende Munition für die jeweilige Wildart und die jagdliche Situation zu wählen. Kenntnisse über das Flugverhalten von Projektilen von der Mündung bis zum Zielobjekt. Fähigkeit, die Wirkung von unterschiedlichen Projektilen auf den Wildkörper und auf das Umfeld abzuschätzen. Fähigkeit, Waffen, die mit Jagdoptik versehen sind, einzuschießen und Nachtsichtgeräte ordnungsgemäß einzusetzen. Fähigkeit, die Waffen in regelmäßigen Abständen zu zerlegen, zu reinigen und zu pflegen. Kynologische Grundkenntnisse (Auswahl, Aufzucht, Haltung, Prüfungen). Kenntnis über den richtigen Umgang mit Jagdhunden, deren Ausbildung und Führung zu jagddienlichen Zwecken. |
| Berufsspezifisches Modul: Öffentlichkeitsarbeit und Jagdpädagogik Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann den Berufsstand nach außen hin vertreten, zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen im Naturraum vermitteln sowie sein Wissen über die Jagd weitergeben. |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Grundlagen der Gesprächsführung und Argumentationstechnik Kommunikationstechniken und Konfliktlösungsstrategien für kontroverse Themen Moderne Kommunikationsmittel (zB Social Media, Internetpräsenz) Begleitung wissenschaftlicher Projekte Wissenstransfer Mariazeller Erklärung | Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen zu vermitteln. Fähigkeit, Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von Bildungsmaßnahmen oder Pressegesprächen zu leisten. Fähigkeit, andere Gesichtspunkte wahrzunehmen, zu verstehen und argumentativ darauf zu reagieren. Fähigkeit zur sachlichen Informationsvermittlung in Bezug auf die Bedeutung der Jagd. Kenntnis über moderne Kommunikationsmittel und deren Anwendung. Fähigkeit, bei wissenschaftlichen Projekten mitzuwirken und diese zu begleiten. Fähigkeit, Wissen zu vermitteln (zB im Rahmen der Jungjägerausbildung oder bei jagdpädagogischen Führungen). Fähigkeit, einen Interessensausgleich im Hinblick auf den Forst-Jagd Dialog zu bewirken. |
| Berufsspezifisches Modul: Arbeitssicherheit und Risikomonitoring Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann sich selbst und seine Mitmenschen vor Gefahren schützen und im Notfall Erste Hilfe leisten. |
| Inhalte | Kompetenzen |
| Grundlagen zum Eigenschutz und Absichern von Gefahren im Revier Lebensrettende Sofortmaßnahmen Akutmaßnahmen für allgemeine Verletzungen und spezielle Unfälle im Jagdbetrieb Orientierung und Kommunikation im Gelände bei Gefahrensituationen | Fähigkeit, allergische Reaktionen zu erkennen und sich präventiv vor bekannten Zoonosen zu schützen. Fähigkeit, Schussverletzungen erst zu versorgen. Fähigkeit, eine Notfallsituation einzuschätzen, die Rettungskette in Gang zu setzen sowie Erste Hilfe Maßnahmen einzuleiten. Fähigkeit, sich zu orientieren und Rettungskräfte auch in schwer zugängliches Gebiet einzuweisen. Kenntnisse der alpinen Notsignale und der Nutzung von Notfallausrüstung. |
| Gegenstand | Mindestdauer in Unterrichtseinheiten |
| Lebensraumgestaltung | 40 UE |
| Wildkunde | 50 UE |
| Jagdliches Handwerk | 10 UE |
| Waffenkunde und jagdliche Hilfsmittel | 50 UE |
| Öffentlichkeitsarbeit und Jagdpädagogik | 20UE |
| Betriebs- und Unternehmensführung | 30 UE |
| Rechtskunde | 25UE |
| Arbeitssicherheit und Risikomonitoring | 15 UE |
| Gesamt | 240 UE |
| Prüfungsgegenstand | Prüfungsart |
| Lebensraumgestaltung | schriftlich und mündlich |
| Wildkunde | schriftlich und/oder mündlich |
| Jagdliches Handwerk | schriftlich und/oder mündlich |
| Waffenkunde und jagdliche Hilfsmittel | schriftlich und/oder mündlich und praktisch |
| Öffentlichkeitsarbeit und Jagdpädagogik | schriftlich und/oder mündlich |
| Betriebs- und Unternehmensführung | schriftlich und mündlich |
| Rechtskunde | schriftlich und/oder mündlich |
| Arbeitssicherheit und Risikomonitoring | schriftlich und/oder mündlich und praktisch |
| Schießprüfung | praktisch, gemäß den untenstehenden technischen Anforderungen |
Bei der Schießprüfung sind mit der Jagdwaffe „Flinte“ mindestens drei von zehn Zielen zu treffen, wobei als Ziele gerade Wurftauben zu verwenden sind und die Munition eine Körnung von höchstens 2.5 mm (Flinte) aufweisen darf. Mit der Jagdwaffe „Büchse“ müssen von 5 Schüssen aus einer Entfernung von 100 Metern mindestens 5 „Achter-Treffer“ auf einer Wildscheibe des Formats A 1 mit konzentrischen Kreisen getroffen werden. Es muss mit einer Waffe geschossen werden, die zumindest das Kaliber .243 Win aufweist. Von den abzugebenden 5 Schüssen sind 3 sitzend vorne aufgelegt, und 2 stehend angestrichen abzugeben. Der Einsatz von Schalldämpfern ist erlaubt. Zusätzlich sind mit einer Faustfeuerwaffe 10 Schuss abzugeben.
Anl. 1 LFBAG-APO · LFBAG-APO · Land- und forstwirtschaftliche Ausbildungs- und Prüfungsordnung
Anl. 1
…Anlage 1 1. Ausbildungsrahmenplan für die Ausbildung zum Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ gemäß § 5 Abs. 1 Z 16 LFBAG 2024 Berufsspezifisches Modul: Lebensraumgestaltung Der Facharbeiter im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ kann Maßnahmen setzen, die einen gesunden und artenreichen Wildbestand ermöglichen, erhalten und fördern…
§ 1 Geltungsbereich
…Teilen ( Anlagen ) die für die Durchführung der betrieblichen Ausbildungen und der Prüfungen zum Facharbeiter und zum Meister in den in § 5 Abs. 1 LFBAG 2024 genannten Ausbildungsgebieten in der Land- und Forstwirtschaft notwendigen Anforderungen näher festzulegen. Dies schließt nähere Regelungen zur Vorgangsweise bei der Berücksichtigung von Anrechnungen gemäß…
§ 13 Prüfungsarten
…verlängert werden, wenn ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüfungskandidaten nicht möglich erscheint. (2) Im Ausbildungsgebiet „Berufsjagdwirtschaft“ ( § 5 Abs. 1 Z 16 LFBAG 2024 ) hat der Prüfungskandidat als Teil der praktischen Prüfung den sicheren Umgang mit der Jagdwaffe nachzuweisen und die Treffsicherheit zu zeigen (Schießprüfung). Eine Bestätigung…