Codara Summary
Sachverhalt, Spruch und rechtliche Beurteilung – kompakt zusammengefasst.
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Jensik als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Zehetner, Dr.Klinger, Dr.Schwarz und Dr.Floßmann als weitere Richter in der Grundbuchssache der Antragstellerinnen 1) Mechthilde (Mechtilde, Mechtild) L*****, und 2) Emma D*****, beide vertreten durch Dr.Eduard Pranz ua Rechtsanwälte in St.Pölten, wegen Grundbuchshandlungen in der EZ ***** Grundbuch *****, infolge außerordentlichen Rekurses der Antragstellerinnen, gegen den Beschluß des Landesgerichtes Steyr als Rekursgerichtes vom 2. August 1993, GZ 5 R 32/93, mit dem der Beschluß des Bezirksgerichtes Grünburg vom 21.Juli 1992, TZ 831/92, abgeändert wurde in nichtöffentlicher Sitzung folgenden
Beschluß
gefaßt:
Die Akten werden dem Landesgericht Steyr mit dem Auftrag zurückgestellt, die rekursgerichtliche Entscheidung durch den Ausspruch zu ergänzen, ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50.000 S übersteigt oder nicht, und die Akten sodann wieder vorzulegen.
Begründung:
Mit ihrem Grundbuchsgesuch vom 21.Juli 1992 beantragten die Antragstellerinnen auf Grund des notariellen Übergabsvertrages und Schenkungsvertrages auf den Todesfall vom 27.12.1991, des Bescheides der Bezirksgrundverkehrskommission Grünburg vom 7.2.1992, der Erklärung vom 27.12.1991, der Geburtsurkunde vom 25.2.1972, der Heiratsurkunde vom 2.4.1972, des Staatsbürgerschaftsnachweises vom 18.3.1971, des hg. Beschlusses vom 31.12.1991, TZ 7/92 im Grundbuch ***** die Bewilligung nachstehender Grundbuchshandlungen:
1. Ob der EZ. ***** mit den Grundstücken ***** Sonstige (Weg), ***** LN, ***** Garten, ***** LN, ***** LN, ***** LN, ***** Wald, ***** Wald, ***** LN, ***** Baufläche und ***** Baufläche (Eigentümer: ***** Mechthilde zur Gänze)
a) gemäß § 136 GBG die Löschung des in C-LNr 4a für Hedwig L*****, Emma L***** und Winfried L***** eingetragenen Belastungs- und Veräußerungsverbotes,
b) im Range TZ 7/92 die Einverleibung des Eigentumsrechtes für D***** Emma geb. ***** zur Gänze, Adr: *****,
c) die Einverleibung der Dienstbarkeit der lebenslänglichen Wohn- und Mitbenützungsrechte gemäß Punkt "Viertens" des Vertrages und des Belastungs- und Veräußerungsverbotes für Mechtild L***** geb. *****; und
2. ob der EZ ***** die Einverleibung des Eigentumsrechtes für die Zweitantragstellerin und die Einverleibung des Belastungs- und Veräußerungsverbotes für die Erstantragstellerin.
Das Grundbuchsgesuch enthält folgende "Anmerkung":
"Gemäß dem zu TZ 319/1956 erliegenden Kaufvertrag vom 19.7.1954 (richtiges Datum gegenüber der Eintragung zu C-LNr 4a, bei welcher das Datum der Ausfertigung in das Grundbuch eingetragen wurde) erlischt das Belastungs- und Veräußerungsverbot mit Übernahme der Liegenschaft durch eines der ehelichen Kinder der Ehegatten Dr.Sepp und Mechtild L*****. Die Eigenschaft der Frau Emma D***** als eheliches Kind der Ehegatten Dr.Josef/Sepp L***** und Mechtild/Mechtildis L***** ist durch die Urkunde Blg.D und E nachgewiesen."
Das Erstgericht bewilligte die begehrten Eintragungen zur Gänze.
Das Gericht zweiter Instanz gab dem von Hedwig S*****, geborene L***** gegen die Bewilligung der die EZ ***** betreffenden Eintragungen erhobenen Rekurs Folge und änderte den erstgerichtlichen Beschluß - der damit in seinem die EZ ***** betreffenden Teil unberührt geblieben war - hinsichtlich der begehrten bücherlichen Eintragungen in der EZ ***** der genannten Katastralgemeinde dahin ab, daß es den Antrag abwies, wobei es aussprach, daß der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei.
Gegen diesen rekursgerichtlichen Beschluß richtet sich der außerordentliche Revisionsrekurs der Antragstellerinnen, über den jedoch noch nicht entschieden werden kann, weil der vom Rekursgericht vorgenommene Ausspruch nicht ausreicht, um die Frage der Zulässigkeit des erhobenen Revisionsrekurses eindeutig klarzustellen.
Auszugehen ist davon, daß nach der Bestimmung des § 126 Abs 1 GBG idF der WGN 1989 für die Entscheidung des Rekursgerichtes § 13 AußStrG gilt und der Beschluß des Rekursgerichtes nach Maßgabe der §§ 14 und 15 AußStrG angefochten werden kann. Ist der Entscheidungsgegenstand - so wie hier - rein vermögensrechtlicher Natur und betrifft er nicht den gesetzlichen Unterhalt, so ist die rekursgerichtliche Entscheidung nur dann anfechtbar, wenn die Entscheidung von der Lösung einer erheblichen Rechtsfrage abhängt und der Entscheidungsgegenstand an Geld oder Geldeswert 50.000 S übersteigt (§ 14 Abs 1, Abs 2 Z 1 AußStrG). In solchen Fällen hat das Rekursgericht gemäß § 13 Abs 1 AußStrG auszusprechen, ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50.000 S übersteigt oder nicht und im letzteren Fall, daß der Revisionsrekurs jedenfalls unzulässig ist, und nur im ersteren Fall, ob der ordentliche Revisionsrekurs zulässig ist oder nicht.
Da der Ausspruch, ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50.000 S übersteigt, gemäß § 13 Abs 2 und 3 AußStrG dann, wenn das Rekursgericht von den gemäß § 13 Abs 2 AußStrG sinngemäß anzuwendenden Bewertungsvorschriften nicht abgewichen ist, nicht nur unanfechtbar, sondern auch für den Obersten Gerichtshof bindend ist, kann die Zulässigkeit erst nach Ergänzung des rekursgerichtlichen Beschlusses in diesem Belang beurteilt werden.
Das Gericht zweiter Instanz wird daher seinen Beschluß durch den Ausspruch gemäß § 13 Abs 1 Z 1 AußStrG zu ergänzen und die Akten sodann wieder vorzulegen haben.
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