Empfehlung (EU) 2026/536 der Kommission vom 10. März 2026 mit praktischen Leitlinien zu Dienstleistungen zentraler Anlaufstellen für Energieeffizienz und die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
Dienstleistungen zentraler Anlaufstellen (One-Stop-Shops — OSS) sind ein wichtiges Instrument, um die Nachfrage zu fördern und Investitionspipelines für energetische Renovierungen zu bündeln. Zentrale Anlaufstellen spielen eine entscheidende Rolle bei der Vereinfachung der praktischen Umsetzung von energetischen Gebäuderenovierungen und Energieeffizienzmaßnahmen, bei der Unterstützung von Hauseigentümern bei ihren Renovierungsvorhaben, bei der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) und von Kleinstunternehmen bei der Einführung von Energieeffizienzmaßnahmen und -lösungen und bei der Sensibilisierung für die Vorteile von Verbesserungen der Energieeffizienz.
Die Gestaltung und die Dienstleistungen der OSS können sehr unterschiedlich sein und sollten an die nationalen und lokalen Gegebenheiten und die Erfordernisse der Behörden angepasst werden. Ihr Nutzen wird jedoch maximiert, wenn sie mehrere Dienstleistungen integrieren und über die reine allgemeine Beratung hinausgehen, wenn sie physische und online erbrachte Dienstleistungen kombinieren und wenn ihre Governance und finanzielle Tragfähigkeit von Anfang an klar geregelt und in einen stabilen Governance-Rahmen eingebettet werden. Wenn sie gut konzipiert und in einen unterstützenden nationalen Gesamtrahmen für Energieeffizienz und die energetische Renovierung von Gebäuden eingebettet sind, können sie eine grundlegende Rolle dabei spielen, die Quoten der energetischen Renovierungen deutlich zu erhöhen und Investitionen in die Energieeffizienz zu bündeln und zu mobilisieren und gleichzeitig Dienstleistungen von allgemeinem öffentlichem Interesse für die Bevölkerung zu erbringen.
Richtlinie (EU) 2023/1791 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. September 2023 zur Energieeffizienz und zur Änderung der Verordnung (EU) 2023/955 (ABl. L 231 vom 20.9.2023, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/dir/2023/1791/oj).
Richtlinie (EU) 2024/1275 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. April 2024 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (ABl. L, 2024/1275, 8.5.2024, ELI: http://data.europa.eu/eli/dir/2024/1275/oj).
Angesichts der Bedeutung des Bestands an privaten Wohngebäuden für die Verwirklichung der Klima- und Energieziele der Union für 2030 und 2050 konzentrieren sich diese Leitlinien hauptsächlich auf dieses Segment. Ein ähnlicher Ansatz lässt sich jedoch auf die Bedürfnisse von öffentlichen Einrichtungen oder KMU und Kleinstunternehmen anwenden.
Empfehlung (EU) 2024/2481 der Kommission vom 13. September 2024 mit Leitlinien für die Auslegung der Artikel 21, 22 und 24 der Richtlinie (EU) 2023/1791 des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die verbraucherbezogenen Bestimmungen (ABl. L, 2024/2481, 23.9.2024, ELI: http://data.europa.eu/eli/reco/2024/2481/oj).
Bekanntmachung der Kommission mit Leitlinien für neue oder wesentlich geänderte Bestimmungen der Neufassung der Richtlinie (EU) 2024/1275 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (ABl. C, C/2025/6438, 18.12.2025, ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2025/6438/oj), Anhang II „Finanzielle Anreize, Kompetenzen und Marktschranken (Artikel 17) und zentrale Anlaufstellen (Artikel 18)“ Abschnitt 5 („Zentrale Anlaufstellen (Artikel 18 und Artikel 19 Absatz 3)“).
Die vorliegenden Leitlinien wurden auf der Grundlage der langjährigen Erfahrung und Fachkenntnisse entwickelt, die die Europäische Kommission bei der Umsetzung der Programmunterstützung der EU für zentrale Anlaufstellen und andere Tätigkeiten für energetische Renovierungen und bei der Zusammenfassung der entsprechenden Ergebnisse — insbesondere im Rahmen der Energieeffizienzmaßnahmen des Programms „Horizont 2020“ und des Teilprogramms „Energiewende“ des LIFE-Programms — gesammelt hat. Die vorliegenden Leitlinien sind in folgende Kapitel unterteilt:
In Abschnitt 2 sind die einschlägigen Begriffsbestimmungen, das Konzept und die Ziele der zentralen Anlaufstelle dargelegt.
In Abschnitt 3 werden die „Customer Journey“, die verschiedenen Dienstleistungen und die bestehenden OSS-Modelle im Einzelnen erläutert.
Abschnitt 4 befasst sich mit den wichtigsten Elementen, die bei der Einrichtung von OSS als Teil des nationalen Förderrahmens für Energieeffizienz zu berücksichtigen sind.
Abschnitt 5 betrifft die finanzielle Unterstützung der Union für die Einrichtung von OSS für die Renovierung von Wohngebäuden.
Im gesamten Dokument finden sich Kästen mit Beispielen für bestehende Verfahren. Den Abschluss des Dokuments bildet der Anhang „Nützliche Informationsquellen“ mit Leseempfehlungen.
Das Konzept einer „zentralen Anlaufstelle“ ist in der Neufassung der EED (Richtlinie (EU) 2023/1791) bzw. der Neufassung der EPBD (Richtlinie (EU) 2024/1275) nicht definiert, und in der Empfehlung (EU) 2024/2481 (Abschnitt 3.2.2) heißt es, dass sie einen virtuellen oder physischen Ort bezeichnet, an dem die Interessenträger in allen Fragen sowie in den Durchführungsphasen von Renovierungsprojekten im Zusammenhang mit Energieeffizienz unterstützt werden — von der Beratung zu diesem Thema bis hin zu allen Informationen und Dienstleistungen, die sie benötigen, um ein ehrgeiziges globales Energieeffizienz-/Renovierungsprojekt umzusetzen. Die OSS bieten im Allgemeinen technische, administrative, rechtliche und finanzielle Beratung und Unterstützung im Bereich der Energieeffizienz, insbesondere für energetische Renovierungen von Gebäuden.
Das Konzept der OSS spiegelt den Grundsatz der Vereinfachung wider, insbesondere im Hinblick auf die Verringerung der Zahl der notwendigen Kontakte und Verfahrensschritte. Die OSS tragen auch dazu bei, das Vertrauen der Hauseigentümer in das Ergebnis der Renovierungen und in die Arbeiten der verschiedenen Gewerke (Bauunternehmer, Lieferanten usw.) zu stärken.
Außerdem können OSS den Zugang der Haushalte zu qualifizierten Fachleuten erleichtern und haben gleichzeitig den Vorteil, dass die Fachleute weniger geschäftlichen Aufwand betreiben müssen, um sich neue Verträge zu sichern.
Mit der Einrichtung der OSS können unterschiedliche Ziele verfolgt werden, darunter folgende:
Verbreitung von Informationen, mit Schwerpunkt auf der Gewährleistung der Kohärenz der Botschaften und der Glaubwürdigkeit der Stelle(n), die sie verbreitet (verbreiten),
Rationalisierung des Zugangs zu finanzieller Unterstützung (z. B. zentrales Portal zu Finanzierungsmöglichkeiten), Straffung der Ziele und Fördervoraussetzungen sowie Optimierung der Verwaltungskosten,
Klarstellung der Haftung und Stärkung des Vertrauens, eine notwendige Voraussetzung für umfangreiche Sanierungen,
Bündelung von Kompetenzen durch die Zusammenführung von Fachwissen und die Unterstützung der Entwicklung neuer Kompetenzen,
Förderung und Bündelung kleinerer Investitionsprojekte und Erreichung einer kritischen Masse, die dann die Entwicklung spezieller Finanzierungslösungen, einschließlich Finanzierungsinstrumenten und spezieller Partnerschaften mit Finanzinstituten, rechtfertigen könnte.
In Anbetracht der großen Vielfalt der Menschen und Situationen und der Fragmentierung des Bausektors, der aus vielen Klein- und Kleinstunternehmen besteht, ist die Renovierung von Wohngebäuden ein komplexer Prozess.
1. Daher sollte ein vorrangiges Ziel der OSS darin bestehen, die mit der Renovierung von Wohngebäuden verbundene Komplexität zu verringern und Haushalte und andere Marktteilnehmer so weit wie möglich zu entlasten. Um den Renovierungsprozess zu erleichtern, ist in der Neufassung der EED (Richtlinie (EU) 2023/1791) bzw. der Neufassung der EPBD (Richtlinie (EU) 2024/1275) keine einheitliche Struktur vorgegeben, die das gesamte Spektrum an Dienstleistungen für alle Personen erbringen muss. Statt einer einheitlichen Struktur sollte das Ziel darin bestehen, ein Ökosystem kohärenter und einander ergänzender Strukturen zu schaffen.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die von den Hauseigentümern benötigten Dienstleistungen zu bündeln
in den Richtlinien nicht festgelegt ist, wer die Dienstleistungen erbringen soll
In diesen Richtlinien ist auch nicht vorgeschrieben, dass die Dienstleistungen kostenlos sein müssen
sollte eines der Hauptziele der OSS darin bestehen, während des gesamten Renovierungsprozesses Vertrauen aufzubauen
JRC Publications Repository - The role of one-stop shops in energy renovation - a comparative analysis of OSSs cases in Europe.
In diesem Abschnitt wird die Perspektive der Hauseigentümer dargelegt und es werden die verschiedenen Arten von Unterstützung erläutert, die ihnen bei der Durchführung eines Vorhabens zur energetischen Renovierung zur Verfügung stehen, sowie die häufigsten Probleme, auf die sie wahrscheinlich stoßen werden. Die „Customer Journey“ kann definiert werden als die Etappen, die ein Hauseigentümer bis zum Abschluss des Vorhabens durchlaufen muss. In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Schritte nacheinander dargestellt, wobei es in bestimmten Phasen mehrere Durchläufe und Rückmeldezyklen geben kann.
0. Auslösendes Ereignis: Die Menschen sind nicht immer bereit, aktiv zu werden, und angesichts des oft komplexen und mühsamen Prozesses der Renovierung eines Hauses werden nicht viele derartige Vorhaben in Angriff genommen oder haben nur einen begrenzten Umfang. Information und Werbung mögen vielleicht für kleinere Projekte ausreichen, aber das reicht in der Regel nicht aus, um den Anstoß für größere energetische Renovierungen zu geben, bei denen noch weitere kontextbezogene Elemente und Motivationsfaktoren eine entscheidende Rolle spielen. So ist es beispielsweise besonders wichtig, auf Haushalte zuzugehen, die im Begriff sind, ein Haus zu kaufen, da sie möglicherweise bereit sind, vor ihrem Einzug umfangreiche Renovierungsarbeiten durchzuführen. Die Haushalte können auch ermutigt werden, Maßnahmen durchzuführen, wenn die Familie sich vergrößert oder durch den Auszug der Kinder verkleinert. Energie ist in keinem dieser Beispiele ein zentraler Auslöser, sondern eher ein Nebengedanke in einem Prozess, der durch andere Überlegungen eingeleitet wurde. Ein Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz (im Folgenden „Energieausweis“) oder ein ähnliches Instrument wie ein Renovierungspass oder das Ergebnis eines Energieaudits, aus dem hervorgeht, dass das Gebäude eine schlechte Gesamtenergieeffizienz aufweist, kann ebenfalls dazu führen, dass Überlegungen zur Notwendigkeit einer Renovierung angestellt werden. Gemäß Artikel 19 der Neufassung der EPBD (Richtlinie (EU) 2024/1275) sind die Behörden verpflichtet, betroffene Hauseigentümer (d. h. Eigentümer eines Gebäudes oder Gebäudeteils mit geringer Energieeffizienz) zu einer Renovierungsberatung in eine OSS einzuladen.
1. Einbindung: Um die Kosten für die Suche nach neuen Interessenten so gering wie möglich zu halten, könnte in diesem Zusammenhang ein erster Ansatz einfach darin bestehen, sich sichtbar zu machen und nur diejenigen Haushalte zu unterstützen, die sich bereits in einem Renovierungsprozess befinden und sich aktiv um Unterstützung bemüht haben. Dieser passive Ansatz birgt jedoch die Gefahr, dass vor allem diejenigen Haushalte angesprochen werden, die bereits überzeugt sind, oder diejenigen, die ihr Renovierungsvorhaben auch ohne externe Unterstützung durchführen können. Ein proaktiverer Ansatz könnte darin bestehen, Haushalte, die sich in einer für Renovierungsarbeiten günstigen Lebensphase befinden, rasch zu ermitteln. Beispielsweise können Partnerschaften mit Privatkundenbanken aufgebaut werden, um neue Käufer gezielt zu unterstützen. Darüber hinausgehend hat sich eine proaktive Kontaktaufnahme, z. B. temporäre Präsenz zur Information der Bürgerinnen und Bürger oder Haustürkampagnen, trotz der deutlich höheren Kosten als wirksam erwiesen und ist daher weiterhin unverzichtbar.
2. Vereinfachte Diagnosen und Empfehlungen: Die meisten öffentlichen OSS, die derzeit in der Union tätig sind, bieten einen (auf die Botschaft ausgerichteten) Informations- und (auf den Empfänger ausgerichteten) Beratungsservice an, um Hauseigentümer bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Diese Beratung ist zwar allgemein gehalten, gibt Hauseigentümern jedoch die wichtigsten Informationen an die Hand, die sie für eine erste Entscheidung (für oder gegen ein Vorhaben) und für den weiteren Verlauf der „Customer Journey“ brauchen. Diese Positionierung soll verhindern, dass die OSS für Probleme, die bei der Ausführung der Arbeiten auftreten können, haftbar gemacht werden, bedeutet jedoch auch, dass alle Entscheidungen und deren Folgen dem Hauseigentümer überlassen werden.
3. Projektplanung: Sobald eine erste Entscheidung zur Durchführung der Arbeiten getroffen wurde, sollte eine detaillierte Analyse durchgeführt werden (z. B. im Rahmen eines Energieaudits vor Ort), gefolgt von einer detaillierten Festlegung der durchzuführenden Arbeiten, einschließlich spezifischer Anforderungen (z. B. in Bezug auf die zu verwendenden Techniken und Materialien). Eine detaillierte Planung ist sehr wertvoll und unverzichtbar für umfassende energetische Renovierungen. Die Kosten sind jedoch für die meisten Hauseigentümer nach wie vor ein Hindernis, wenn sie nicht subventioniert werden. Die überwiegende Mehrheit der Hauseigentümer verfügt nicht über die erforderlichen Fachkenntnisse, um diese besonders wichtige und stressige Projektphase allein zu bewältigen. In Anbetracht des erforderlichen Detaillierungsgrads unterliegen die in dieser Phase zu erbringenden Leistungen zwangsläufig der Berufshaftpflicht der Stelle, die sie erbringt. Sie könnten auch vollständig in den Bereich des Marktwettbewerbs fallen, da sie in der Regel von Architekten oder Baufachleuten erbracht werden können.
4. Auswahl der Unternehmen: In den allermeisten Fällen sind Handwerker und Installateure die erste Anlaufstelle für Hauseigentümer, wenn es um energetische Renovierungen geht. Die Hauptmotivation für die Kontaktaufnahme ist sehr unterschiedlich und nicht unbedingt der Wunsch, Energie zu sparen. Werden sie direkt kontaktiert, bieten Handwerker in der Regel nicht nur an, die Renovierungsarbeiten durchzuführen, sondern auch, sie zu planen (Pauschalangebot). Dieser Ansatz hat den Vorteil, dass die Einstiegskosten gesenkt und die Prozesse möglicherweise beschleunigt werden. Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht in dieser Phase darin, dass der Bausektor extrem fragmentiert ist und Handwerker, selbst wenn sie in ihrem Gewerbe hoch qualifiziert sind, nicht unbedingt in der Lage sind, komplexe und umfassende Renovierungen anzubieten. Die Auswahl der Auftragnehmer ist sehr wichtig, und aufgrund des technischen Charakters der Angebote und der Tatsache, dass eine Entscheidung über die tatsächlichen Investitionskosten getroffen werden muss, ist diese Phase für Hauseigentümer sehr belastend. Dies gilt umso mehr, wenn die Arbeiten nicht ausreichend spezifiziert wurden oder wenn es den Hauseigentümern an professioneller Unterstützung mangelt, was später zu unvorhergesehenen Kosten, Verzögerungen oder Rechtsstreitigkeiten führen kann.
5. Finanzierungsplan: Der Finanzierungsplan wird hier zwar erst spät im Prozess dargestellt, aber in der Regel schon viel früher ausgearbeitet und schrittweise verfeinert, wenn mehr Klarheit über die technischen Entscheidungen und Kosten herrscht. Die Zahlungsfähigkeit des Haushalts wirkt sich natürlich auf die technischen Entscheidungen aus, und die Planung des Projekts wird unter Berücksichtigung der Finanzierungsoptionen immer wieder überarbeitet. In dieser Phase werden auch die verfügbaren/möglichen öffentlichen Zuschüsse ermittelt und der Finanzierungsbedarf für das Projekt wird geschätzt.
6. Finanzierungslösungen: Im Zusammenhang mit dem Finanzierungsplan besteht ein kritischer Schritt bei den meisten Vorhaben zur umfassenden energetischen Renovierung in der Sicherung externer Finanzierungsquellen, da die erheblichen Vorlaufkosten in der Regel die verfügbaren Ersparnisse der Haushalte weit übersteigen. Zu diesen Quellen gehören in der Regel Verbraucherkredite (die möglicherweise subventioniert werden), besicherte Wohnungsbaukredite oder Hypotheken (insbesondere wenn die Renovierung Teil eines geplanten Wohnungs- oder Hauskaufs ist) sowie öffentliche Finanzierungsmaßnahmen wie Finanzhilfen, Steueranreize, Finanzierungsinstrumente und subventionierte Darlehen.
7. Renovierungsarbeiten: Die Renovierungsarbeiten werden in der Regel von einem oder meist von mehreren Bauunternehmen durchgeführt. Diese Unternehmen sind häufig als eigenständige und unkoordinierte Gewerke tätig, was eine Vorausplanung und Rationalisierung ihrer Arbeiten erfordert — dies kann sich als kompliziert erweisen.
8. Bauüberwachung/Bauabnahme: Eine wirksame Koordinierung und Überwachung der Arbeiten ist von entscheidender Bedeutung, um einer mangelhaften Ausführung entgegenzuwirken. Bei umfangreichen Projekten stellt die Überwachung der Arbeiten der verschiedenen Auftragnehmer eine große Herausforderung dar, auf die die meisten Menschen nicht vorbereitet sind. In der Regel überwacht der Architekt die Arbeiten, aber viele Hauseigentümer möchten ihr Projekt selbst beaufsichtigen. Dies kann zu schwerwiegenden baulichen Problemen wie Feuchtigkeit durch Wärmebrücken oder schlechte Raumluftqualität führen und auch finanzielle Folgen haben, wenn die Finanzhilfeanforderungen nicht erfüllt werden.
9. Qualitätssicherung, Garantien und Folgemaßnahmen: Trotz der Hindernisse und Unsicherheiten, die mit umfangreichen energetischen Renovierungen verbunden sind, werden Dienstleistungen wie Qualitätssicherung, Garantien und Folgemaßnahmen immer noch viel zu selten von zentralen Anlaufstellen angeboten. Angesichts der aktuellen Marktreife im Bereich der energetischen Renovierung ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Qualität der Renovierung durchgängig gewährleistet wird. Eine Garantie für die Qualität der durchgeführten Arbeiten (d. h. eine Garantie für die verwendeten Materialien und Methoden, auch als inhärente Garantie für die Gesamtenergieeffizienz bezeichnet) sowie eine klare Verpflichtung zur Behebung von Mängeln, die zu einer geringeren Energieeffizienz als erwartet führen, könnten umfangreichere Renovierungsvorhaben erheblich fördern. Im privaten Wohnungssektor sollte der Qualitätsbegriff sogar auf die Qualität der erbrachten Dienstleistungen, vom Erstkontakt bis zum Kundendienst, ausgeweitet werden. Dies könnte die Überwachung nach Abschluss der Arbeiten, die Beratung der Hauseigentümer und Empfehlungen für die sachgerechte Nutzung der installierten Anlagen sowie eine Anleitung zur Erzielung der erwarteten Energieeinsparungen umfassen.
fehlende Koordinierung und die unterschiedlichen Interessen, die eine ganzheitliche Antwort auf die Bedürfnisse der Gebäudeeigentümer verhindern
Der Zweck eines OSS-Konzepts besteht daher nicht unbedingt darin, neue Akteure ins Spiel zu bringen, sondern vielmehr darin, die fehlenden Verbindungen zwischen fragmentierten Marktangeboten zu schaffen und zu stärken
Das erste Modell einer OSS kann als „Beratungsmodell“ bezeichnet werden. Ziel dieses Konzepts, das sich auf den vorgelagerten Teil der „Customer Journey“ konzentriert, ist es, für ein breites Publikum zugänglich und interessant zu sein und eine breite Orientierungshilfe ohne hohen Ressourceneinsatz zu bieten. Durch die weite Verbreitung von Informationen sollen auch neue soziale Normen gesetzt und ein kultureller Wandel hin zu Energieeffizienz gefördert werden.
Die Dienstleistungen umfassen in der Regel eine erste Bewertung der Energieeffizienz des Gebäudes und allgemeine Ratschläge zu möglichen Verbesserungen, ohne in Projektdetails zu gehen. Die Empfehlungen sind zwar allgemein gehalten, aber praxisorientiert und umsetzbar. Die Hauseigentümer bleiben zwar in vollem Umfang für die Projektentscheidungen und die Auswahl der Auftragnehmer verantwortlich, doch werden sie bei der Suche nach qualifizierten Fachleuten unterstützt. Die Dienstleistungen umfassen häufig auch eine Finanzierungsberatung, die auf die geplante Investition zugeschnitten ist, einschließlich Informationen über verfügbare Zuschüsse und den Zugang zu dieser Unterstützung.
Das Beratungsmodell weist jedoch einige Einschränkungen auf. Es ist zu wenig spezifisch, da es keine detaillierten Projektpläne oder Koordinierung der Auftragnehmer bietet, aber genau das ist für Hauseigentümer, die komplexe Renovierungen durchführen, sehr wichtig. Dieses Modell beinhaltet in der Regel auch keine Haftung für das Renovierungsergebnis und bietet weniger Garantien für Hauseigentümer. Es erfüllt möglicherweise nicht alle Bedürfnisse des Hauseigentümers, insbesondere im Hinblick auf ein umfassendes Projektmanagement. Was die Finanzierung betrifft, so liegt der Schwerpunkt auf der Investition selbst und nicht auf dem spezifischen Investorenprofil, was im Wesentlichen darin begründet liegt, dass die Finanzberatung ein reglementierter Beruf ist. Aufgrund dieser Beschränkungen sind die Dienstleistungen für Hauseigentümer weniger attraktiv, für die die Planung des Vorhabens zur energetischen Renovierung und die Auswahl der Baufirmen in der Regel die größten Herausforderungen darstellen.
Beispiel HAUSKUNFT (Österreich)
Mit Unterstützung aus dem Programm „Horizont 2020“ richtete die Stadt Wien Ende 2020 eine zentrale Anlaufstelle ein, um die Renovierung privater Wohngebäude zu beschleunigen.
Die OSS ist unter dem Namen HAUSKUNFT tätig und erhält von der Stadt operative und finanzielle Unterstützung. Sie bietet Eigentümern von Privatwohnungen und Mehrfamilienhäusern kostenlose telefonische, virtuelle oder persönliche Beratung und unterstützt sie bei der Planung ihres Renovierungsprojekts. Der Service richtet sich an Architekten, Planer und Immobilienverwalter, die sich beraten lassen möchten.
HAUSKUNFT konzentriert sich in erster Linie auf die ersten Phasen des Renovierungsprozesses und gibt Hilfestellung für die Ausarbeitung hochwertiger Konzepte. Die OSS hat zwar zusätzliche Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Finanzierung und der erweiterten Unterstützung von Hauseigentümern in Erwägung gezogen und getestet, diese sind jedoch noch nicht Teil ihres Standardangebots geworden.
Ergänzend zu diesen Dienstleistungen führt die „Qualitätsplattform Sanierungspartner“ ein Verzeichnis von zugelassenen Planern, Handwerkern und Bauunternehmen, die sich zu einer hochwertigen Gebäuderenovierung verpflichten. In Zusammenarbeit mit HAUSKUNFT bringt die Plattform Immobilieneigentümer und qualifizierte Renovierungsfachleute zusammen.
Siehe: https://www.hauskunft-wien.at/.
Viele der aktuell in der Union tätigen OSS scheinen sich auf das Beratungsmodell zu beschränken, was auf eine mögliche Fehlinterpretation der Wettbewerbs- und Beihilfevorschriften zurückzuführen sein könnte. Dieser restriktive Ansatz führt häufig dazu, dass öffentlich finanzierte OSS Tätigkeiten vermeiden, die sie als Marktaktivitäten ansehen, wie z. B. Entwurfsspezifikation, Auswahl der Auftragnehmer und Bauaufsicht, obwohl die Vorschriften ein solches Engagement am Markt zulassen. Öffentliche Stellen können an privatwirtschaftlichen Märkten teilnehmen, sofern sie nicht gegen bestimmte in den Verträgen festgelegte Vorschriften verstoßen. Die Vorschriften über staatliche Beihilfen zielen nämlich nicht auf die Art des Betreibers ab, sondern auf die Art der zu erbringenden Dienstleistungen und die spezifischen Bedingungen, unter denen diese Dienstleistungen erbracht werden. Darüber hinaus enthalten weder die Neufassung der EED (Richtlinie (EU) 2023/1791) noch die Neufassung der EPBD (Richtlinie (EU) 2024/1275) Beschränkungen dafür, wie OSS-Dienstleistungen strukturiert sein sollten oder welche Arten von Organisationen sie erbringen sollten, solange sie eine „unabhängige Beratung“ anbieten (Artikel 18 Absatz 3 der Neufassung der EPBD (Richtlinie (EU) 2024/1275)). Dieser Rechtsrahmen ermöglicht es öffentlichen und öffentlich finanzierten Stellen, sowohl in der Planungs- als auch in der Umsetzungsphase aktiv Unterstützung zu leisten, wie in den Abschnitten 3.4 und 3.5 dargelegt.
Hauseigentümer bei ihren Vorhaben zur energetischen Renovierung operativ unterstützt
Durchführung detaillierter Energieaudits vor Ort, um die spezifische Situation zu analysieren und das Einsparpotenzial zu ermitteln,
genaue Festlegung der auszuführenden Arbeiten, einschließlich spezifischer Anforderungen (z. B. bezüglich Wärmebrücken), und Sicherstellung, dass diese Spezifikationen mit den Anforderungen für die Gewährung von Finanzhilfen übereinstimmen (z. B. Wärmewiderstandsgrad, Qualifikation der Bauleute usw.),
Unterstützung der Hauseigentümer bei der Auswahl der Auftragnehmer und schließlich bei den Preisverhandlungen,
Bauüberwachung und Durchsetzung der Qualitätssicherungsverfahren.
markiert den Übergang von einem Beratungs- zu einem Unterstützungsmodell
Beispiel OpenGela (Spanien)
OpenGela ist ein OSS-Dienst im Baskenland (Spanien), der von der baskischen Regierung zur Unterstützung der Stadterneuerung gefördert wird. Das Herzstück des Diensts sind Nachbarschaftsbüros, die alle Verfahren und Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit der integrierten Renovierung von Wohngebäuden zentralisieren: von den Verwaltungsformalitäten über den Kontakt mit Energiedienstleistern bis hin zur Bereitstellung finanzieller Unterstützung. Die Ausrichtung auf Renovierungen auf Stadtteilebene ermöglicht ein hohes Maß an Engagement der lokalen Gemeinschaften und trägt dazu bei, Vertrauen aufzubauen und die Handlungskompetenz der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, nicht nur durch die Förderung der energetischen Renovierung, sondern auch durch die Verbesserung der Lebensqualität (Barrierefreiheit, Brandschutz, Nachhaltigkeit).
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Siehe: https://opengela.eus/en.
geht es nicht um Neutralität, sondern um Unabhängigkeit
In einem dritten OSS-Modell, das als „Durchführungsmodell“ bezeichnet werden kann, plant die OSS nicht nur die Renovierungsarbeiten, sondern führt sie auch aus. In diesem Fall kann die OSS einen Teil der Arbeiten selbst ausführen und/oder Bauunternehmen beauftragen und dem Hauseigentümer ihre Wahl auferlegen. Das Verhältnis zwischen der OSS und den Bauunternehmen kann verschiedene Formen annehmen (Unterauftragnehmer oder Vertragspartner, mit gesamtschuldnerischer oder getrennter Haftung), möglicherweise durch Rahmenverträge.
In der oben dargestellten Typologie ist die Finanzierung nicht als eigenständiges Element zu betrachten, sondern als zusätzliche Dienstleistung zu einem der drei in den vorstehenden Abschnitten vorgestellten Modelle. Eine OSS kann verschiedene Dienstleistungen anbieten, um Hauseigentümer bei der Finanzierung der energetischen Renovierung von Gebäuden zu unterstützen, möglicherweise in Kombination.
Unterstützung beim Zugang zu öffentlichen Finanzhilfen:
Vorfinanzierung öffentlicher Finanzhilfen:
Beispiel C-REAL (Belgien)
Durch das im Rahmen von Horizont 2020 finanzierte Projekt C-REAL wurde eine dauerhafte Partnerschaft zwischen dem Kreditinstitut ONESTO und dem Renovierungsberatungsdienst DUBOLIMBURG ins Leben gerufen, um die Quote und Qualität der Gebäuderenovierungen in der belgischen Provinz Limburg zu verbessern. Die Initiative wurde durch das „Energiehuis Limburg“ (Energiehaus Limburg) erweitert, das Auftragnehmer und Architekten unter dem Dach einer einzigen OSS zusammenbringt.
Im Rahmen des Projekts wurden wertvolle Erkenntnisse für Finanzinstitute gewonnen. Für Immobilienkäufer war die Einbettung der Renovierungsplanung in den Kaufprozess ein wichtiger Faktor. Eine frühzeitige Bewertung des Renovierungsbedarfs, der Kosten und des optimalen Zeitplans für die Arbeiten ermöglicht wirksame Preisverhandlungen und Finanzierungsvereinbarungen und stellt gleichzeitig sicher, dass energetische Verbesserungen und andere Renovierungsarbeiten zeitlich aufeinander abgestimmt sind. Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz erwiesen sich ebenfalls als hilfreich für die Initiierung von Renovierungsarbeiten, insbesondere für Menschen, die bereits eine Immobilie besitzen.
Durch die Einbettung von Renovierungsanreizen in Kreditprodukte sind Banken besser in der Lage, den Fortschritt bei der Verbesserung der Energieeffizienz zu verfolgen. In Verbindung mit detaillierten Renovierungsplänen und Kostenabschätzungen ermöglicht dieser Ansatz ein besseres Risikomanagement und bessere Kreditvergabeentscheidungen und verringert gleichzeitig das Risiko, das mit Immobilien mit schlechter Energieeffizienz verbunden ist.
Das Projekt hat gezeigt, dass ein kooperatives Ökosystem, das Datenaustausch und Unterstützung der Kunden fördert, die Renovierungsergebnisse deutlich verbessert. Dieser Ansatz hilft allen Beteiligten, während des Renovierungsprozesses fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Siehe: https://www.c-real.be.
Vorqualifikation für ein Finanzierungsangebot einer Privatkundenbank:
Autonome Finanzierungslösungen:
In einigen Fällen, z. B. zur Vorfinanzierung öffentlicher Finanzhilfen, die in der Regel nachträglich ausgezahlt werden, können kurzfristige Darlehen ohne Bankzulassung vergeben werden, sofern spezifische Regulierungsleitlinien befolgt werden.
Beispiel SERAFIN (Frankreich)
tiers-financeur
tiers-financeurs
tiers-financeurs
tiers-financeurs
tiers-financeurs
Tiers-financeurs
tiers-financeurs
Mitglieder des SERAFIN-Verbunds haben den Anstoß dazu gegeben, dass die Initiative von großen Finanzinstituten wie Procivis, Société Générale, La NEF, Crédit Mutuel, Crédit Coopératif, Crédit Logement und BNP Paribas unterstützt wird.
Siehe: https://serafin-renov.fr.
objektgebundener Finanzierungsansatz
Empfehlung der Kommission zur Mobilisierung privater Investitionen in Energieeffizienz (C(2026) 1526).
Abschließend wird in Abbildung 1 die „Customer Journey“ dargestellt und erläutert, wie sich die verschiedenen OSS-Modelle in die einzelnen Phasen einfügen.
In diesem Kapitel werden die wichtigsten Überlegungen sowie die organisatorischen und finanziellen Auswirkungen von OSS im privaten Wohnsektor dargelegt.
Online-OSS können sehr wichtig sein, um Gebäudeeigentümer für ihren Energieverbrauch, die Kontrolle des Verbrauchs und die ihnen dafür zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu sensibilisieren. Die Wirkung der Beratung kann verstärkt werden, wenn sie von Informationen über die verfügbare finanzielle Unterstützung flankiert wird. Mithilfe von Online-Tools können Eigentümer ermittelt und vorausgewählt werden, die bereit sind, sich auf komplexe und potenziell kostspielige Verfahren einzulassen. Online-Konzepte dürften zu moderaten Kosten ein breites Publikum erreichen und nicht nur sofortige Maßnahmen anstoßen, sondern auch längerfristig dazu beitragen, die Öffentlichkeit für die Vorteile von energetischen Renovierungen und Verbesserungen der Energieeffizienz zu sensibilisieren.
Ein reines Online-Konzept ist jedoch unzureichend, insbesondere wenn es um komplexere, umfassende Renovierungen geht und die von der OSS angebotenen Dienste mehrere Leistungen umfassen, die eine individuelle Bewertung des betreffenden Gebäudes erfordern. Ein Aspekt, der neben der angebotenen Dienstleistung zu berücksichtigen ist, ist der Umstand, dass die Menschen über unterschiedliche digitale Kompetenzen verfügen; selbst das beste Online-Tool wird unweigerlich einen erheblichen Teil der Bevölkerung — häufig die ältesten und schutzbedürftigsten Bürgerinnen und Bürger — nicht erreichen. Grundsätzlich ist es jedoch unwahrscheinlich, dass ein Haushalt größere Renovierungsarbeiten in seiner Wohnung durchführt, die mit erheblichen Kosten verbunden sind, wenn er nicht zuvor mehrfach persönlich mit Vertretern der OSS gesprochen hat, die die geplanten Arbeiten im Einzelnen beschrieben und detaillierte Anweisungen oder Empfehlungen zu den im Rahmen des Vorhabens durchzuführenden Arbeiten gegeben haben.
Außerdem kann es sein, dass der Gebäudeeigentümer der Plattform, die die Informationen bereitstellt, nicht voll vertraut oder die Vorteile von energetischen Renovierungen nur teilweise kennt. Der Aufbau von Vertrauen und die Berücksichtigung der individuellen Anliegen der Hauseigentümer erfordern Zeit und einen fachlichen Dialog, was eine Online-Lösung allein kaum leisten kann.
Europäisches Bürgerforum zur Energieeffizienz, 2024, Abschließende Empfehlungen.
„Wir empfehlen, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Verfügung gestellten Informationen zugänglicher, transparenter und nutzbarer zu gestalten, um Haushalte und Organisationen dabei zu unterstützen, ihre Energieeffizienz zu steigern. Daher empfehlen wir: ein Netzwerk aus physischen Anlaufstellen auf kommunaler Ebene (Rathäuser, Bibliotheken), in denen den Verbraucherinnen und Verbrauchern unabhängige Fachkräfte für Rückfragen zur Verfügung stehen. Innerhalb des Netzwerks sollte nicht zwischen ländlichen und städtischen Gebieten und sozialen Gruppen unterschieden werden. In den Anlaufstellen sollten die Menschen rechtliche, finanzielle und technische Beratung sowie Informationen zu lokalen Dienstleistungsanbietern erhalten. Lokale Akteure sind aufgerufen, den Dienst bekannt zu machen.“ Europäisches Bürgerforum zur Energieeffizienz, 2024, Abschließende Empfehlungen.
Anhang II „Finanzielle Anreize, Kompetenzen und Marktschranken (Artikel 17) und zentrale Anlaufstellen für die Gesamtenergieeffizienz in Gebäuden (Artikel 18)“ der Bekanntmachung der Kommission mit Leitlinien für neue oder wesentlich geänderte Bestimmungen der Neufassung der Richtlinie (EU) 2024/1275 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (ABl. C, C/2025/6438, 18.12.2025, ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2025/6438/oj).
Die Zufriedenheit der Hauseigentümer mit den Renovierungsergebnissen und die Qualitätssicherung sind für die Vertrauensbildung von entscheidender Bedeutung.
Durch die Einführung der Rechenschaftspflicht wird das Vertrauen in Unterstützungsdienste für Renovierungen gestärkt. Transparenz sollte ein vorrangiges Ziel sein. Die OSS sollte daher eine Dokumentation der Verfahren, aber auch der Kosten, des Nutzens und der Risiken der empfohlenen Maßnahmen bereitstellen. Zudem kann das Einholen und Veröffentlichen von Kundenfeedback die Glaubwürdigkeit weiter erhöhen, da potenzielle Kunden dies als Beleg für eine hohe Qualität der Dienstleistungen ansehen.
Die Gewährleistung hoher Qualitätsstandards bei der Durchführung der Arbeiten ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung, insbesondere wenn mehrere Auftragnehmer oder Unterauftragnehmer beteiligt sind. Die OSS kann sich an etablierten Qualitätsrahmen orientieren und gegebenenfalls eine Akkreditierung durch angesehene Stellen anstreben. Diese Rahmen können standardisierte Verfahren, Zertifizierungsanforderungen und eine systematische Qualitätsüberwachung umfassen. Solide Garantien, die durch Qualitätssicherungsprogramme unterlegt sind, können Hauseigentümern mehr Sicherheit bieten, insbesondere wenn sie in Finanzierungsoptionen integriert sind. OSS können das Vertrauen weiter stärken, indem sie Zertifizierungsverfahren einführen, um die Zuverlässigkeit und Qualität der Auftragnehmer zu gewährleisten.
Ein klarer Haftungsrahmen und eine klare Verbraucherschutzpolitik können alle Parteien schützen, indem die Zuständigkeiten für die Behebung von Mängeln festgelegt und einfache Streitbeilegungsverfahren eingeführt werden. Der Verbraucherschutz sollte über die Qualitätssicherung hinausgehen und auch Maßnahmen gegen irreführende Werbung vorsehen. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen könnten leicht zugängliche Kanäle gehören, über die Probleme gemeldet werden können. Während für schwerwiegende Fälle ein formales Streitbeilegungsverfahren zur Verfügung stehen sollte, sollten alternative Streitbeilegungsmechanismen bevorzugt werden, um ein effizientes Konfliktmanagement zu gewährleisten.
Verbraucherschutzmaßnahmen sind besonders wichtig für schutzbedürftige Haushalte wie etwa Familien mit niedrigem Einkommen, ältere Menschen und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Diese Gruppen haben häufig größere Schwierigkeiten, sich in komplexen Renovierungsprozessen zurechtzufinden, technische Details zu regeln oder ihre Verbraucherrechte geltend zu machen.
Gezielte Schutzmaßnahmen können strengere Vorschriften für eine faire Preisgestaltung, maßgeschneiderte finanzielle Unterstützung und eine stärkere Aufsicht über Renovierungsunternehmen umfassen. Zu den spezifischen Maßnahmen können spezielle Berater für schutzbedürftige Hauseigentümer, transparente Vertragsbedingungen und staatlich unterstützte Garantien zur Minimierung finanzieller Risiken gehören.
Um marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu erreichen und wirksame Unterstützung zu leisten, ist die Einbindung von Fachleuten mit Sozialkompetenz unerlässlich. Gezielte Sensibilisierungskampagnen und Entscheidungshilfen wie Online-Plattformen zur Selbstbewertung können fundierte Entscheidungen unterstützen. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit kann die Vertrauens- und Informationslücke schließen, die schutzbedürftige Personen häufig davon abhält, Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz zu ergreifen. OSS können von Energiearmut betroffene Haushalte für einfache, kostengünstige Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung der Energiekosten sensibilisieren. Die Einbindung der lokalen Gemeinschaften durch Veranstaltungen, Nachbarschaftsinitiativen, Haustürbesuche und öffentliche Präsentationen erfolgreicher Renovierungen kann Vertrauen schaffen.
STEP-Projekt — Lösungen zur Bekämpfung von Energiearmut
Im Rahmen des durch Horizont 2020 finanzierten STEP-Projekts wurde ein einfaches, innovatives und reproduzierbares Modell zur Bekämpfung von Energiearmut entwickelt, indem Verhaltensänderungen und kostengünstige Energieeffizienzlösungen durch maßgeschneiderte Beratung gefördert werden.
OSS, die auf lokaler Ebene tätig sind, sind ideal positioniert, um unabhängige Unterstützung zu leisten, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Einschränkungen der Haushalte, insbesondere finanzieller Art, zugeschnitten ist. Indem sie schutzbedürftige Haushalte an bestehende Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung heranführt, kann die OSS eine entscheidende Rolle dabei spielen, nachhaltige Energielösungen zugänglicher zu machen. Diese Finanzierungsmechanismen können beispielsweise gezielte Subventionen, „Pay-as-you-save“-Systeme oder langfristige Darlehen mit niedrigen Zinssätzen oder Nullzins umfassen.
Im Rahmen des STEP-Projekts wurden wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung von OSS für schutzbedürftige Haushalte gewonnen. Eine entscheidende Komponente war der Kompetenzaufbau bei den vor Ort tätigen Fachkräften, wie im Sozial- und Gesundheitswesen tätigen Personen, durch ein modulares Schulungsprogramm, das eine wirksame Verbraucherberatung gewährleistet. Im Rahmen des Projekts wurde auch deutlich, wie wichtig Partnerschaften mit Verbraucherorganisationen, lokalen Gemeinschaften und vor Ort tätigen Gruppen sind, um diejenigen zu erreichen, die am stärksten von Energiearmut betroffen sind.
Siehe: https://www.stepenergy.eu/.
OSS können eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Energiearmut spielen, indem sie sowohl Immobilieneigentümer als auch Mieter unterstützen. So wie sie alle anderen Hauseigentümer unterstützen, können OSS schutzbedürftige Eigentümer insbesondere beim Zugang zu Finanzmitteln unterstützen, indem sie spezielle öffentliche Zuschüsse und maßgeschneiderte Finanzierungssysteme nutzen und ihnen bei der Beantragung von Krediten bei lokalen Banken helfen. Mieter, die häufig keinen Einfluss auf Renovierungsentscheidungen haben, können ebenfalls davon profitieren, dass OSS als Vermittler fungieren und die Hauseigentümer ermutigen (und dabei unterstützen), Renovierungen durchzuführen.
Empfehlung (EU) 2023/2407 der Kommission vom 20. Oktober 2023 zu Energiearmut (ABl. L, 2023/2407, 23.10.2023, ELI: http://data.europa.eu/eli/reco/2023/2407/oj).
Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: EU-Leitlinien zu Energiearmut, Begleitunterlage zur Empfehlung C/2023/4080 der Kommission zu Energiearmut (SWD(2023) 647 vom 20.10.2023).
Die von Bürgerinnen und Bürgern geleitete Renovierung (Citizen-Led Renovation — CLR)
von Bürgergemeinschaften geleitete Bottom-up-Initiativen
In den EU-Rechtsvorschriften gibt es zwei Definitionen für Energiegemeinschaften. Der Begriff „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften“ ist in der Richtlinie (EU) 2023/2413 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Oktober 2023 zur Änderung der Richtlinie (EU) 2018/2001, der Verordnung (EU) 2018/1999 und der Richtlinie 98/70/EG im Hinblick auf die Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Aufhebung der Richtlinie (EU) 2015/652 des Rates (ABl. L, 2023/2413, 31.10.2023, ELI: http://data.europa.eu/eli/dir/2023/2413/oj) definiert, und der Begriff „Bürgerenergiegemeinschaften“ in der Richtlinie (EU) 2019/944 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni 2019 mit gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Änderung der Richtlinie 2012/27/EU (ABl. L 158 vom 14.6.2019, S. 125, ELI: http://data.europa.eu/eli/dir/2019/944/oj). Beide Begriffsbestimmungen lassen offen, welche Rechtsform die Gemeinschaften annehmen können (z. B. Verband, Genossenschaft o. ä.). Abgesehen von der Rechtsform umfassen die Begriffsbestimmungen auch Kriterien für Mitgliedschaft, Autonomie, Zugang, Zweck und wirksame Kontrolle.
In Ländern, in denen das Konzept der Energiegemeinschaften noch nicht vollständig in nationales Recht umgesetzt wurde, kann eine Einrichtung, die die in den einschlägigen Richtlinien der Union festgelegten Kriterien erfüllt, als „von Bürgerinnen und Bürgern geleitete Renovierungsgemeinschaft“ betrachtet werden.
können CLR als ergänzende OSS fungieren
Beispiel Alex Energie in Rotterdam (Niederlande)
Im Rahmen des Horizont-2020-Projekts „Save the Homes“ führte die Stadt Rotterdam eine OSS-Pilotinitiative im Bezirk Prins Alexander durch. Die OSS verfolgte einen Bottom-up-Ansatz, bei dem Bürgerbeteiligung und lokale Energiegenossenschaften im Mittelpunkt stehen. Hauseigentümer erhalten Dienstleistungen im Rahmen einer strategischen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Rotterdam, Alex Energie (einer Energiegemeinschaft mit Mitgliedern von Prins Alexander) und HOOM (einer Energiegenossenschaft, die Energiegemeinschaften unterstützt). Alex Energie bindet die Einwohnerinnen und Einwohner aktiv ein, indem lokale Arbeitsgruppen gebildet, Energiescans durchführt, Energiepläne entwickelt und gemeinsame Anschaffungen organisiert werden. Außerdem werden Hauseigentümer über Finanzierungsmöglichkeiten für energetische Renovierungen informiert. Weiterführende Informationen werden dann auf der Online-Plattform der Stadt zur Verfügung gestellt, auf der Hauseigentümer Renovierungsinformationen abrufen, Finanzhilfen beantragen, Dokumente hochladen und telefonische Unterstützung anfordern können.
Der Schwerpunkt der Stadt liegt auf der Unterstützung von Energiegenossenschaften im Back-Office-Bereich. Im Anschluss an dieses Pilotprojekt plant die Stadt, die Initiative auf ganz Rotterdam auszuweiten, um lokale Gemeinschaften zu fördern und den Austausch von Lösungen und bewährten Verfahren zu unterstützen. Der Schwerpunkt lag ursprünglich auf der Dachisolierung, und für die Durchführung der Arbeiten wurden lokale Unternehmen, viele von ihnen freiberuflich Tätige, ins Boot geholt. Es wurden bewusst Ausbildungsbetriebe einbezogen, um neue Unternehmen und die Ausbildung der Auszubildenden zu unterstützen.
Finanzielle Unterstützung wurde durch Darlehen aus dem Fonds für die Energiewende (Energietransitiefonds) gewährt, dessen Mittel von der Stadt Rotterdam verteilt werden und der vom Förderfonds für das Wohnungswesen der niederländischen Gemeinden (Stimuleringsfonds Volkshuisvesting Nederlandse Gemeenten) verwaltet wird. Diese Darlehen stehen sowohl Hauseigentümern als auch Wohnungseigentümergemeinschaften zur Verfügung.
Zu den Maßnahmen der Kommission zur Unterstützung von Renovierungsprojekten, die von Bürgerinnen und Bürgern geleitet werden, siehe: https://citizen-led-renovation.ec.europa.eu/index_de.
Vertrauen
Schneeballeffekt
Flexibilität
Kostenvorteile
Bündelung von Ressourcen
strukturelle und langfristige Wirkungen
Es sei darauf hingewiesen, dass bestimmte Dienstleistungen möglicherweise von zugelassenen Architekten erbracht werden müssen. Dabei handelt es sich um einen reglementierten Beruf mit spezifischen rechtlichen Anforderungen und Berufsstandards.
In ähnlicher Weise können OSS zwar allgemeine Informationen über Finanzierungsoptionen bereitstellen, doch sollte die Finanzberatung von zertifizierten Finanzberatern erbracht werden, die die rechtlichen Anforderungen erfüllen.
Der Erfolg der OSS hängt im Wesentlichen von der Auswahl und Entwicklung des richtigen Beraterpools ab. Angesichts des breiten Spektrums an erforderlichen Kompetenzen sind mit der Zusammenstellung eines Teams, das in der Lage ist, umfassende OSS-Dienstleistungen zu erbringen, zahlreiche organisatorische Herausforderungen verbunden. Es ist unwahrscheinlich, dass eine einzelne Person über das gesamte erforderliche Fachwissen verfügt, daher sind multidisziplinäre Teams unerlässlich. Der Aufbau dieser Teams erfordert strategische Verfahren für die Personalbeschaffung und Zusammenarbeit, um unterschiedliche berufliche Hintergründe zusammenzubringen. Bei diesen Ansätzen sollten sowohl die fachliche Kompetenz als auch die zwischenmenschlichen Fähigkeiten berücksichtigt werden, um ein Umfeld zu schaffen, das dem Wissensaustausch förderlich ist. Um diese qualifizierten Fachkräfte langfristig zu binden, ist ein durchdachtes Talentmanagement erforderlich.
OSS kann erfahrenen Baufachleuten, die mit dem Gedanken spielen, den Bausektor zu verlassen, attraktive Karrieremöglichkeiten bieten. Es könnten Ansätze entwickelt werden, um diese Fachleute ins Boot zu holen, um von ihrem Fachwissen zu profitieren. OSS können auch damit werben, dass sie einen konkreten Beitrag zur Unterstützung von Gemeinschaften und zur Bekämpfung des Klimawandels leisten, und dadurch vielfältige neue Talente aus dem Bausektor gewinnen, insbesondere Frauen und junge Fachkräfte. OSS und ihre Projektträger könnten mit Bauverbänden, Technologieanbietern, Arbeitsvermittlungsagenturen, Industriekammern oder Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um maßgeschneiderte Programme zu entwickeln, die Fachwissen (in den Bereichen Technik, Finanzen, Recht, Kommunikation, Kundenservice usw.) mit zwischenmenschlichen Fähigkeiten kombinieren. Der Schwerpunkt dieser Programme könnte auf praktische Erfahrungen durch Praktika oder eine Ausbildung in bestehenden OSS gelegt werden. Eine kontinuierliche berufliche Weiterbildung könnte ebenfalls dazu beitragen, dass das Dienstleistungsangebot im Zuge der Weiterentwicklung von Technologien und Vorschriften auf dem neuesten Stand bleibt.
Baufachleute wiederum, die mit OSS zusammenarbeiten, können dabei unterstützt werden, sich nahtlos in das OSS-Ökosystem zu integrieren und dessen Qualitätsstandards aufrechtzuerhalten. Dazu gehört das Verständnis von integrierten Renovierungskonzepten, Qualitätssicherungsprotokollen und wirksamen Methoden der Zusammenarbeit mit der OSS und ihren Instrumenten. Die Schaffung klarer Partnerschaftsrahmen mit den Auftragnehmern ist entscheidend für die Festlegung von Qualitätsstandards, Kommunikationsprotokollen und Leistungsparametern. Regelmäßige Workshops und Veranstaltungen zum Wissensaustausch können dazu beitragen, dass die Ziele der OSS stets auf die Fähigkeiten der Auftragnehmer abgestimmt sind. Diese Partnerschaften können sich auch auf die Entwicklung standardisierter Ansätze für gängige Renovierungsszenarien konzentrieren, um die Effizienz und Zuverlässigkeit zu verbessern.
Initiativen zur Schulung der Arbeitskräfte: BUSHROSS
Das Projekt „Building Up Skills for Home Renovation One-Stop-Shops“ (BUSHROSS), das im Rahmen des LIFE-Teilprogramms „Energiewende“ finanziert wird, stützt sich auf die Erfahrungen aus Irland und Bulgarien, um Schulungsprogramme für OSS-Mitarbeiter in diesen beiden Ländern zu entwickeln, und überträgt diese dann auf Griechenland, Polen, Slowenien und die Ukraine.
Um dem Bedarf der Mitarbeitenden Rechnung zu tragen, die mit rechtlichen, technischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten der Renovierung von Wohngebäuden befasst sind, wird es im Rahmen des Projekts vier spezifische Ausbildungspläne geben: i) Rahmen für das Geschäftsmodell von OSS, ii) Einrichtung und Betrieb der OSS (mit praktischen Tipps zur Umsetzung), iii) profilspezifische Schulungen zu energetischen Renovierungsmaßnahmen in Wohngebäuden und iv) soziale Aspekte (soziale Gerechtigkeit und Inklusivität, insbesondere durch gezielte Ausrichtung auf Frauen und schutzbedürftige Gruppen). Soziale Kompetenzen und digitale Tools — Mediation und Konfliktmanagement sowie der Umgang mit digitalen Tools — werden ebenfalls berücksichtigt.
Mit diesen Ausbildungsplänen, die auf dem Konzept der Microcredentials beruhen, erhalten erfolgreiche Teilnehmende Zertifikate über berufliche Qualifikation, die den Europass-Standards entsprechen und in allen EU-Ländern anerkannt werden (Europass-Mobilitätsnachweis und Europass-Zeugniserläuterung). Im Rahmen der Pilotausbildungsprogramme werden 150 Ausbilder ausgebildet, die wiederum 60 Fachleute in jedem der sechs Länder ausbilden werden.
OSS können nicht nur eine Schlüsselrolle bei der Energiewende im Gebäudesektor spielen, sondern auch als leistungsstarke Plattformen für berufliche Umschulungen und Beschäftigungsmöglichkeiten dienen. Sie könnten mit Arbeitsvermittlungsagenturen und Berufsbildungszentren zusammenarbeiten, um Personen zu ermitteln, die sich beruflich verändern möchten. OSS können auch strukturierte Lehrausbildungsprogramme anbieten, die Präsenzunterricht mit Lernen am Arbeitsplatz kombinieren und so Quereinsteigern einen Weg bieten, praktische Erfahrungen zu sammeln. Für Wiedereinsteiger kann eine OSS flexible Arbeitsregelungen und mehrstufige Schulungsprogramme anbieten, die dem jeweiligen Erfahrungsniveau und der Verfügbarkeit Rechnung tragen. Die Auflegung von Mentoringprogrammen, bei denen erfahrene Berater Neueinsteiger bei der Durchführung von Vorhaben zur energetischen Renovierung unterstützen, kann die berufliche Entwicklung weiter fördern. Der kooperative Charakter der OSS sollte die berufliche Weiterentwicklung fördern, indem die Teilnehmenden an verschiedene Disziplinen herangeführt werden. Dieses Umfeld sollte auf natürliche Weise das kontinuierliche Lernen und die Kompetenzentwicklung unterstützen und somit eine attraktive Option für diejenigen darstellen, die sich beruflich neu orientieren möchten. Indem sie sich aktiv an der Arbeitskräfteentwicklung beteiligen, können OSS sowohl ihren eigenen Personalbedarf decken als auch zur Bewältigung allgemeiner beschäftigungspolitischer Herausforderungen in ihren Gemeinschaften beitragen.
Annahme bis spätestens 31. Dezember 2026 gemäß Artikel 3 und Anhang II der Richtlinie (EU) 2024/1275. Den Mitgliedstaaten wurden spezielle Vorlagen zur Verfügung gestellt, um sie bei der Ausarbeitung ihrer Pläne im Einklang mit Anhang II der EPBD zu unterstützen, unter anderem hinsichtlich der Einrichtung zentraler Anlaufstellen oder ähnlicher Mechanismen gemäß Artikel 18 für die Bereitstellung technischer, administrativer und finanzieller Beratung und Unterstützung. Siehe kommentierte Vorlage unter: https://circabc.europa.eu/ui/group/8f5f9424-a7ef-4dbf-b914-1af1d12ff5d2/library/a8116057-2055-48e7-81c5-ee94a62de5c8.
Gleichzeitig sollte ein langfristiges Ziel in der Gewährleistung der finanziellen Tragfähigkeit der OSS bestehen, abhängig vom lokalen und kulturellen Kontext, den bevorzugten Organisationsstrukturen und den OSS-Geschäftsmodellen. Um finanziell tragfähig zu sein, sind OSS auf stabile und kontinuierliche Einnahmequellen angewiesen, um ihre Dienstleistungen zu finanzieren, sei es aus dem öffentlichen Haushalt, um ein Marktversagen zu beheben, oder durch private Hauseigentümer, die für die Dienstleistungen bezahlen. Bevor im Folgenden potenzielle Einkommensquellen vorgestellt werden, sei darauf hingewiesen, dass sich der Begriff „zentrale Anlaufstelle“ nicht auf eine bestimmte Rechtsform bezieht und dass die Funktionen einer OSS von verschiedenen Organisationsstrukturen wahrgenommen werden können. Stellen, die Hauseigentümer beraten oder unterstützen, können unterschiedliche Rechtsformen annehmen, z. B. Verband, Privatunternehmen, öffentlich-rechtliche Einrichtung in den Bereichen Industrie und Handel und lokale Behörde. Die rechtliche und operative Struktur einer OSS führt zu Einschränkungen und ist maßgeblich für ihren Zugang zu Finanzierungsquellen, was strategische und politische Entscheidungen erfordert. Darüber hinaus wirkt sich zwar die Art der angebotenen Dienstleistungen unmittelbar auf die Argumente für eine öffentliche Finanzierung aus, doch hängt die Tragfähigkeit eines OSS-Geschäftsmodells letztlich von der Breite und dem Umfang des Dienstleistungsangebots ab.
In einigen Fällen können OSS-Dienstleistungen für Hauseigentümer kostenlos erbracht werden, um Unterstützung zu leisten, damit mehr energetische Renovierungen durchgeführt oder umfangreichere Renovierungen in Angriff genommen werden. Dies käme zum Beispiel für einen bestimmten Zeitraum, für Programme des öffentlichen Haushalts oder eine bestimmte Bevölkerungsgruppe infrage. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass sich eine kostenlose Dienstleistung finanziell nicht selbst trägt und subventioniert werden sollte, entweder direkt durch Haushaltsmittel oder indirekt durch Pflichtbeiträge des Privatsektors. Die Gewährleistung einer kontinuierlichen Finanzierung für die OSS ist von entscheidender Bedeutung, um die Bevölkerung dauerhaft zu unterstützen und qualifizierte Fachkräfte zu halten und Fachwissen zu sichern. Zuschüsse spielen zwar eine wichtige Rolle, insbesondere bei der anfänglichen Einrichtung der OSS, doch sich darauf als einzige Finanzierungsquelle zu verlassen, ist keine tragfähige langfristige Strategie. Um die finanzielle Tragfähigkeit zu gewährleisten, muss die wirtschaftliche Lebensfähigkeit bereits in den frühen Planungsphasen berücksichtigt werden.
Darüber hinaus sind Zuschüsse für OSS-Dienstleistungen im Zeitverlauf möglicherweise nicht sicher und können von sich ändernden politischen Prioritäten und Haushaltszwängen abhängen, was eine langfristige Planung erschwert. Zwar können Pilotprojekte und die Einrichtung der Dienste mit Zuschüssen wirksam unterstützt werden, doch eignen sie sich nicht gut für eine breite Markteinführung, da diese stabile und vorhersehbare Finanzströme voraussetzt. Eine plötzliche Kürzung oder Umschichtung öffentlicher Mittel kann den Betrieb stören und die finanzielle Stabilität einer OSS beeinträchtigen. Darüber hinaus ist ein Modell, das von Zuschüssen abhängig ist, nicht skalierbar. Eine Ausweitung des Dienstleistungsangebots auf eine größere Zahl von Hauseigentümern oder weitere Regionen würde eine kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen Ausgaben erfordern, was nur selten möglich ist.
Selbst wenn Zuschüsse zur Verfügung stehen, werden sie häufig mit erheblichen Verzögerungen ausgezahlt, was zu Liquiditätsproblemen führt, die den täglichen Betrieb beeinträchtigen können. Darüber hinaus sind die Finanzierungsbedingungen in der Regel sehr unterschiedlich, wobei Zuschüsse in Form von Tagessätzen, Pauschalbeträgen oder projektbezogenen Zuweisungen gewährt werden können, was die Finanzplanung zusätzlich erschwert. Zudem werden öffentliche Zuschüsse häufig auf das zur Erfüllung der zugewiesenen Aufgaben erforderliche Minimum beschränkt, was die Fähigkeit einer Organisation, Finanzstabilität aufzubauen, einschränkt. Kleinere Organisationen, insbesondere gemeinnützige, stehen vor zusätzlichen Herausforderungen. Viele haben Schwierigkeiten, regelmäßige Betriebsüberschüsse zu erwirtschaften, was es schwierig macht, finanzielle Rücklagen zu bilden oder langfristige Kredite zu erhalten. Infolgedessen sind sie häufig auf kurzfristige Bankfinanzierungen zu hohen Zinssätzen angewiesen, was einen erheblichen Teil ihres Budgets verschlingt und ihre Tragfähigkeit weiter untergräbt. Diese finanzielle Anfälligkeit zwingt zu einem kurzfristigen Ansatz, der die Planung häufig auf die Laufzeit der verfügbaren Zuschüsse beschränkt, in der Regel ein bis drei Jahre. Diese Einschränkungen führen dazu, dass Kurzzeitverträge und niedrige Gehälter weitverbreitet sind, was eine langfristige Laufbahnplanung für die Beschäftigten erschwert. Eine hohe Personalfluktuation, insbesondere bei den Beratern, schadet der Kontinuität und verringert die Gesamteffizienz der OSS.
Die öffentliche Finanzierung durch die Mitgliedstaaten sollte eine kontinuierliche Unterstützung der OSS-Dienstleistungen sicherstellen, um die finanzielle Anfälligkeit und das Risiko einer Unterbrechung der Diensterbringung zu verringern, und es den OSS ermöglichen, erworbenes Fachwissen zu bewahren. Gleichzeitig darf sich die OSS beim Aufbau eines nachhaltigen Modells nicht ausschließlich auf externe Finanzmittel verlassen, da diese aufgrund des sich wandelnden politischen Umfelds und der sich verändernden Prioritäten der Regierung jederzeit gestrichen werden könnten. Stattdessen würde die Einbeziehung von Einnahmen schaffenden Mechanismen ein organisches Wachstum ermöglichen, das durch die Nachfrage und nicht durch die Lage der öffentlichen Haushalte bestimmt wird. Während Zuschüsse in den frühen Phasen eine entscheidende Rolle spielen, sollte eine langfristige Strategie verschiedene Finanzierungsquellen umfassen, wie z. B. Beiträge von Hauseigentümern, Partnerschaften mit Finanzinstituten oder Unterstützung durch die Industrie.
Ausgehend von der Feststellung, dass Hauseigentümer nur ungern für Beratungsdienste bezahlen, besteht ein gängiges Geschäftsmodell darin, dass die OSS ihre Dienstleistungen Hauseigentümern kostenlos anbieten, indem sie als Vermittler auftreten. Bei diesem Modell vermittelt die OSS Kunden an Drittpartner, mit denen sie vertragliche Vereinbarungen getroffen hat, und erhält für diese Vermittlung eine Provision. Dieses Modell ist in der Privatwirtschaft, in der Modernisierungsmakler, Kreditvermittler und Makler für handelbare Zertifikate tätig sind, bereits weitverbreitet.
Wenn OSS jedoch eine Vergütung aus Kopplungsgeschäften und von Dritten erhalten, können sie sich nicht mehr darauf berufen, ausschließlich im Interesse des Hauseigentümers zu handeln. In solchen Fällen ist der Hauptauftraggeber der OSS nicht mehr der Hauseigentümer, sondern der Geschäftspartner, der ihren Geschäftsbetrieb finanziert.
Die Beteiligung von Hauseigentümern, indem diese die Kosten für einige der angebotenen Dienstleistungen ganz oder teilweise tragen, würde dazu beitragen, die finanzielle Tragfähigkeit des Geschäftsbetriebs der OSS zu gewährleisten. Beispielsweise könnte eine OSS Hauseigentümern ihre allgemeine Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Vorhaben zur energetischen Renovierung in Rechnung stellen und gleichzeitig dank eines etwaigen nationalen oder regionalen öffentlichen Förderprogramms für energetische Renovierungen kostenlose Dienstleistungen für schutzbedürftige Haushalte oder bestimmte Gebiete anbieten. Der Erfolg dieses Ansatzes hängt davon ab, ob es den Hauseigentümern wert ist, für die Dienstleistungen der OSS zu bezahlen. Während dies in der Bauphase weniger problematisch ist, stellt es in der Beratungs- und Planungsphase immer noch ein erhebliches Hemmnis dar. Diese Zurückhaltung ist in der Regel darauf zurückzuführen, dass Hauseigentümer den Nutzen oder die Bedeutung dieser Vorleistungen nicht richtig einschätzen können. Ein Hauptziel der öffentlichen Intervention könnte daher darin bestehen, diese Wahrnehmung zu ändern und gleichzeitig die direkte finanzielle Unterstützung für schutzbedürftige Haushalte aufrechtzuerhalten.
OSS können von verschiedenen Stellen betrieben werden, z. B. von öffentlichen oder halböffentlichen Stellen wie lokalen Behörden oder Energieagenturen, aber auch von privaten Organisationen, die von Verbänden und Gemeinschaftsgruppen bis hin zu gewerblichen Unternehmen reichen.
Die Diskrepanz zwischen dem derzeitigen Tempo und Umfang der energetischen Renovierungen und dem, was erforderlich ist, um die Ziele der Union zu erreichen, insbesondere in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit, Energieversorgungssicherheit und Klimaschutz, rechtfertigt ein öffentliches Tätigwerden und finanzielle Unterstützung für bestehende öffentliche und private Organisationen, die OSS-Dienstleistungen anbieten, sowie für die Einrichtung und Entwicklung neuer Einrichtungen.
Vgl. z. B. Bekanntmachung der Kommission zum Begriff der staatlichen Beihilfe im Sinne des Artikels 107 Absatz 1 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union, C/2016/2946 (ABl. C 262 vom 19.7.2016, S. 1, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=oj:JOC_2016_262_R_0001).
Wie in Artikel 107 Absatz 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union festgelegt und in den einschlägigen Rechtsvorschriften weiter ausgeführt (aufgeführt unter https://competition-policy.ec.europa.eu/state-aid/legislation_de).
Ein Ansatz könnte darin bestehen, die „Unterstützung energetischer Renovierungen durch OSS“ als „Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse“ zu definieren, wenn der Umfang der erbrachten Dienstleistungen eine solche Einstufung zulässt. Das Konzept der Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse im Sinne des Unionsrechts bezieht sich auf Dienstleistungen, die die Behörden für die Bürgerinnen und Bürger für wesentlich erachten, die aber vom Markt ohne staatliches Eingreifen nur unzureichend erbracht würden. Eine solche Einstufung kann sich daher z. B. auf bestimmte Beratungsdienste und technische Hilfe beziehen, die vom Markt nicht oder nur unzureichend angeboten werden, in der Regel aber nicht auf die energetischen Renovierungsarbeiten selbst. Solche Dienstleistungen können von öffentlichen Stellen oder privaten Unternehmen im Rahmen öffentlicher Dienstleistungsaufträge erbracht werden, wobei die Einhaltung der Standards und Verpflichtungen durch die Regulierungsbehörden überwacht wird.
Die Bestimmungen zu OSS in der Neufassung der EED (Richtlinie (EU) 2023/1791) und der Neufassung der EPBD (Richtlinie (EU) 2024/1275) dienen als Grundlage für die Einführung von OSS-Dienstleistungen. In diesen Leitlinien wiederum werden die wichtigsten Überlegungen für die Entwicklung von OSS auf der Grundlage der bisher in der Union gesammelten Erfahrungen und entwickelten Modelle dargelegt. Dabei ist zu beachten, dass es nicht das eine Modell für alle Situationen gibt. Stattdessen ist ein maßgeschneiderter Ansatz erforderlich, der den besonderen Merkmalen der jeweiligen Region Rechnung trägt. Die erfolgreiche Umsetzung setzt einen flexiblen, iterativen Prozess voraus, der von Anfang an Rückmeldungen einbezieht und kontinuierliches Lernen, Verfeinerung und Erweiterung ermöglicht.
Zur Unterstützung dieses Prozesses bietet die Kommission Hilfe bei der Einrichtung von OSS an und leistet damit einen Beitrag zur Verwirklichung der Energieeffizienz- und Renovierungsziele. Dazu gehören die gezielte finanzielle Unterstützung durch maßnahmenbezogene Finanzhilfen im Rahmen ihrer Finanzierungsprogramme für die Energiewende sowie der gegenseitige Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten für OSS-Fachleute.
Diese Hilfe umfasst die direkte und indirekte finanzielle Unterstützung durch verschiedene Finanzierungsmechanismen. Bei der direkten Unterstützung vergibt die Kommission die Finanzmittel (in der Regel Finanzhilfen) auf der Grundlage offener Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen direkt an die Begünstigten. Bei der indirekten Unterstützung stellt die Kommission die Mittel in der Regel den Mitgliedstaaten bereit, die diese an die Endbegünstigten weiterreichen.
CINEA, Giving LIFE to Europe’s clean energy transition (https://cinea.ec.europa.eu/publications/digital-publications/giving-life-europes-clean-energy-transition_de).
Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung im Rahmen der Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für Finanzhilfen unterstützt das LIFE-Teilprogramm CET die OSS durch Sensibilisierungsmaßnahmen und die Förderung bestehender bewährter Verfahren, den gegenseitigen Austausch, die Unterstützung des Kapazitätsaufbaus und die Einrichtung von praxisorientierten Gemeinschaften. Im Rahmen der Initiative „ManagEnergy“ werden spezielle „Master Classes“ für lokale und regionale Energieagenturen und ihre Behörden angeboten, um nachhaltige Energieprojekte zu fördern und zu unterstützen oder den Impuls für die Durchführung solcher Projekte zu geben. Insbesondere werden spezielle ManagEnergy Master Classes zur Einrichtung von OSS für energetische Renovierungen organisiert.
Die ELENA-Fazilität, die von der Europäischen Investitionsbank (EIB) im Namen der Kommission verwaltet wird, stellt Finanzhilfen für technische Hilfe zur Unterstützung nachhaltiger Investitionsprojekte bereit. Im Rahmen der Fazilität werden öffentliche und private Einrichtungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Initiativen in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität unterstützt, indem finanzielle, technische und administrative Hindernisse beseitigt werden. Die Mittel aus der ELENA-Fazilität decken bis zu 90 % der Projektvorbereitungskosten ab, einschließlich Durchführbarkeitsstudien, Geschäftsplanung, Finanzierungsstrategien und Beschaffungsverfahren. Förderfähige Projekte müssen bedeutende positive Auswirkungen nachweisen, und der Hebelfaktor muss bei Energieeffizienzprojekten mindestens 20 und bei Wohnprojekten mindestens 10 betragen. Seit ihrer Auflegung im Jahr 2009 wurden im Rahmen der ELENA-Fazilität über 337 Mio. EUR an Finanzhilfen mobilisiert, um Städte, Regionen und öffentliche Einrichtungen bei der Verwirklichung der Klima- und Energieziele der Union zu unterstützen. Insgesamt sollen Investitionen in Höhe von über 11,3 Mrd. EUR mobilisiert werden. Anträge werden fortlaufend angenommen, wobei die Experten der EIB die Antragsteller durch das Verfahren führen.
Projektträger wenden sich über die auf der ELENA-Website angegebenen Kontaktdaten an die ELENA-Fazilität.
Die ELENA-Fazilität kann auch von den Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene genutzt werden, um das erfolgreiche ELENA-Modell mithilfe anderer Finanzierungsquellen (z. B. Fonds der Kohäsionspolitik, Modernisierungsfonds, Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität oder andere nationale Mittel) nachzubilden. Solche nationalen ELENA-Programme könnten eingerichtet werden, um spezifische lokale Lücken bei technischem und finanziellem Fachwissen zu schließen und Investitionen in die Energieeffizienz in verschiedenen Sektoren Vorschub zu leisten. Zu diesem Zweck können sich die Mitgliedstaaten für ein Pilotprojekt im Rahmen der derzeitigen von der EIB verwalteten ELENA-Fazilität bewerben, um Wissen weiterzugeben und Erfahrungen mit der Unterstützung durch die EIB zu sammeln.
Die Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) umfasst im Zeitraum 2021-2026 Investitionen in Höhe von fast 80 Mrd. EUR in Renovierungen zur Verbesserung der Energieeffizienz und den Bau von Gebäuden. Die Fazilität kombiniert Investitionen mit Reformen, um energetische Renovierungen noch leichter zu machen.
Im Rahmen der ARF haben viele Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Einrichtung zentraler Anlaufstellen in ihre Aufbau- und Resilienzpläne (ARP) aufgenommen, insbesondere mit dem Ziel, die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen zu erleichtern und Hauseigentümer in Verbindung mit ARP-Investitionen umfassend zu unterstützen.
Der ARP Italiens beispielsweise umfasst Maßnahmen zur Einrichtung von OSS, um die Renovierung öffentlicher und privater Gebäude zu erleichtern, wobei der Schwerpunkt auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit liegt. Auch Spanien hat OSS in seinen ARP aufgenommen, um die Renovierung von Wohngebäuden zu fördern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Verringerung von Energiearmut liegt. Portugal hat einen konzertierten Ansatz gewählt und ein Protokoll über die Zusammenarbeit zwischen den einschlägigen Agenturen und Verbänden unterzeichnet, um für die Bürgerinnen und Bürger zentrale Anlaufstellen für Energieeffizienz einzurichten.
Mit den Mitteln aus der ARF für diese Initiativen sollen die Koordinierung und Effizienz von Projekten zur energetischen Renovierung verbessert und sichergestellt werden, dass Hauseigentümer integrierte technische, administrative und finanzielle Unterstützung erhalten. Durch die Inanspruchnahme der Unterstützung aus der ARF können die Mitgliedstaaten die Einführung von OSS beschleunigen und dadurch zur Verwirklichung der Klima- und Energieziele der Union beitragen. Nach dem Ende der Unterstützung aus der ARF ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese Dienste, die Hauseigentümern integrierte technische, administrative und finanzielle Unterstützung für ihre Vorhaben zur energetischen Renovierung bieten, von den nationalen Verwaltungen weitergeführt werden.
https://cohesiondata.ec.europa.eu/cohesion_overview/21-27/#financing.
Einzelstaatliche Ebene — Unterstützung des Kapazitätsaufbaus
Verordnung (EU) 2021/1058 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Juni 2021 über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und den Kohäsionsfonds (ABl. L 231 vom 30.6.2021, S. 60, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2021/1058/oj).
Technische Unterstützung auf Unionsebene
Das Programm „Kohäsion für den Wandel“ (Cohesion for Transitions — C4T) wurde von der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission ins Leben gerufen, um die Durchführung von aus dem EFRE und dem KF im Rahmen des politischen Ziels 2 finanzierten Investitionsprojekten im Bereich der Nachhaltigkeitswende zu unterstützen. Das Programm bietet förderfähigen Regionen maßgeschneiderte Unterstützung beim Kapazitätsaufbau und Beratung in Bereichen wie Energiewende, Kreislaufwirtschaft, Wasserbewirtschaftung, Anpassung an den Klimawandel und biologische Vielfalt. Zu den wichtigsten unterstützenden Tätigkeiten können beispielsweise die Analyse von Finanzierungsmechanismen auf Ebene der Union und der Mitgliedstaaten gehören, um bewährte Verfahren für die Finanzierung der Energieeffizienz zu ermitteln, sowie spezielle Workshops zu Finanzierungsmodellen, Preisgestaltungsoptionen und Strategien für OSS-Dienstleistungen.
Beispiel für technische Unterstützung im Rahmen von C4T: Finanzierung von energetischen Renovierungen — das OSS-Modell der Stadt Plowdiw
Factsheet_C4T_TA_Support_Plovdiv.pdf; Inforegio - Cohesion for Transitions (C4T).
Zu den wichtigsten unterstützten Aktivitäten zählen:
Bewährte Verfahren der Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen:
Finanzierungsmodelle und Preisgestaltungsoptionen:
Aus dem Klima-Sozialfonds werden den Mitgliedstaaten zweckgebundene Mittel zur Verfügung gestellt, damit schutzbedürftige Gruppen, wie von Energie- oder Mobilitätsarmut betroffene Haushalte, direkt unterstützt werden können.
Im Energiebereich können die Mitgliedstaaten den Klima-Sozialfonds nutzen, um strukturelle Maßnahmen und Investitionen in die Energieeffizienz, die Renovierung von Gebäuden, eine saubere Wärme- und Kälteversorgung und die Integration von Energie aus erneuerbaren Quellen zu unterstützen. Der Klima-Sozialfonds ist in erster Linie auf benachteiligte Haushalte und benachteiligte Kleinstunternehmen ausgerichtet, die von den sozialen Auswirkungen betroffen sind, welche sich aus der Aufnahme der Treibhausgasemissionen von Gebäuden und aus dem Straßenverkehr in das Emissionshandelssystem (EHS2) ergeben.
Um Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten, müssen die Mitgliedstaaten nationale Klima-Sozialpläne erstellen, in denen alle geplanten Maßnahmen und Investitionsvorhaben aufgeführt und erläutert werden. Zur Finanzierung der Maßnahmen und Projekte zugunsten der am meisten benachteiligten Gruppen sollen im Rahmen des Klima-Sozialfonds die Einnahmen aus der Versteigerung von EHS2-Zertifikaten und Zertifikaten aus dem bestehenden EU-EHS gebündelt werden. Zusammen mit einem von den Mitgliedstaaten zu ihren Klima-Sozialplänen zu leistenden obligatorischen Beitrag von 25 % dürften durch den Klima-Sozialfonds im Zeitraum 2026-2032 öffentliche Mittel von mindestens 86,7 Mrd. EUR mobilisiert werden.
Verordnung (EU) 2023/955 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Mai 2023 zur Einrichtung eines Klima-Sozialfonds und zur Änderung der Verordnung (EU) 2021/1060 (ABl. L 130 vom 16.5.2023, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2023/955/oj).
Bekanntmachung der Kommission, Leitlinien zu den Klima-Sozialplänen, C(2025) 881 final (ABl. C, C/2025/1597, 25.3.2025, ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2025/1597/oj).
Anhänge der Bekanntmachung der Kommission „Technische Leitlinien zur Anwendung des Grundsatzes der Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen im Rahmen der Verordnung über den Klima-Sozialfonds“ (C(2025) 880 final vom 5.3.2025).
Dieser Anhang enthält eine Liste nützlicher Quellen mit Informationen zur Einrichtung von OSS-Diensten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Es werden darin die verschiedenen Phasen der „Customer Journey“ beschrieben. Außerdem werden praktische Lösungen vorgestellt, die im Rahmen von OSS-Pilotprojekten entwickelt wurden, welche durch die Programme Horizont 2020 und LIFE-CET unterstützt wurden und als Inspirationsquelle dienen können.
EU-PEERS
Siehe https://www.eu-peers.eu/ und https://eu-peers.humhub.com.
Im Mittelpunkt steht die praxisorientierte Gemeinschaft, die anwendende Fachkräfte zusammenbringt, um gemeinsame Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Organisiert ist sie über sechs nationale und regionale Plattformen in Irland, Spanien, Frankreich, Ungarn und den baltischen Staaten sowie über eine zusätzliche Plattform für die unionsweite Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen dieser Plattformen finden regelmäßige Peer-Learning-Aktivitäten, Networking-Präsenzveranstaltungen und Online-Schulungen zum Kapazitätsaufbau statt. Darüber hinaus werden im Rahmen eines speziellen Mentoring-Programms neue OSS-Initiativen unterstützt. Die Gemeinschaft steht OSS und anderen Akteuren im Bereich der Wohnraumrenovierungen offen und bietet verschiedene Möglichkeiten der Beteiligung und Zusammenarbeit.
Außerdem unterstützt die Union seit mehreren Jahren EU-Projekte zu OSS-Diensten für energetische Renovierungen. Diese Projekte haben eine Fülle von Erfahrungen, bewährten Verfahren und Analysen hervorgebracht, die unter den nachstehenden Links zu finden sind und bei der Erstellung dieser praktischen Leitlinien berücksichtigt wurden.
Website des Projekts: https://www.eu-peers.eu/.
Online-Forum: https://eu-peers.humhub.com.
Milin C., Bullier A. (2021), Towards large-scale roll out of “integrated home renovation services in Europe“, Proceedings of the European Council for an Energy Efficient Economy Summer Study, 2021.
INNOVATE (2020). How to set up a one-stop shop for integrated home energy renovation? A step-by-step guide for local authorities and other actors (https://energy-cities.eu).
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Umfassende Renovierung: neue Ansätze zur Umgestaltung des Renovierungsmarktes (https://europa.eu/!GW8Fd3).
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Baukompetenzen: Wirksamer Einsatz neuer Kompetenzen für den Bausektor, um den europäischen Grünen Deal umzusetzen (https://europa.eu/!HgXGfv).